KI steigert Produktivität moderat

Die Europäische Investitionsbank (EIB) beziffert den Produktivitätseffekt von künstlicher Intelligenz in europäischen Unternehmen erstmals kausal. Demnach steigert KI die Arbeitsproduktivität im Durchschnitt um rund vier Prozent. Der Effekt ist damit zwar messbar, aber kein Technologieschock. Gleichzeitig zeigt die Analyse deutliche Unterschiede zwischen großen und kleinen Unternehmen.

Grundlage der Untersuchung ist ein Datensatz von mehr als 12.000 Unternehmen außerhalb des Finanzsektors in der EU, der mit Vergleichsdaten aus den USA kombiniert wurde. Dieser Ansatz ermöglicht es, den tatsächlichen Effekt der KI-Nutzung von strukturellen Unterschieden zwischen Unternehmen zu trennen.

Entscheidend ist dabei, wodurch dieser Produktivitätsanstieg zustande kommt. Die Analyse zeigt, dass Unternehmen ihre Effizienz vor allem durch bessere Nutzung bestehender Ressourcen steigern, nicht durch den Abbau von Arbeitsplätzen. Die Beschäftigung bleibt statistisch stabil, während die Leistung pro Mitarbeiter steigt. Gleichzeitig verdienen Beschäftigte in Unternehmen mit KI-Nutzung im Durchschnitt mehr, was auf eine höhere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit dieser Firmen hinweist.

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Große Unternehmen im Vorteil

Die Verbreitung von KI ist stark von der Unternehmensgröße abhängig. Große Unternehmen setzen die Technologie deutlich häufiger ein als kleinere Betriebe. Sie verfügen über bessere Finanzierungsmöglichkeiten, größere Datenbestände und spezialisierte Fachkräfte. Kleinere Unternehmen stoßen dagegen häufiger auf strukturelle Hürden, etwa bei Investitionen oder technischer Umsetzung.

Auch innerhalb Europas bestehen deutliche Unterschiede. In Ländern mit stärker entwickelten Finanzmärkten und digitaler Infrastruktur ist die KI-Nutzung weiter verbreitet. Gleichzeitig bleibt Europa bei der Entwicklung und Anwendung neuer KI-Technologien hinter den USA zurück, insbesondere bei Patenten und technologischer Spezialisierung.

Besonders relevant ist der Zusammenhang zwischen KI und ergänzenden Investitionen. Unternehmen, die parallel in Software, Dateninfrastruktur und Mitarbeiterqualifikation investieren, erzielen deutlich größere Effizienzgewinne. Die Technologie entfaltet ihren wirtschaftlichen Nutzen vor allem dann, wenn sie in bestehende Prozesse integriert und organisatorisch begleitet wird.

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