Die Kölner Firma alangu hat eine KI-basierte Lösung entwickelt, die Webseiten und digitale Inhalte automatisiert in Deutsche Gebärdensprache (DGS) überträgt. Das System reagiert damit auf neue gesetzliche Vorgaben zur digitalen Barrierefreiheit und ermöglicht Gehörlosen einen besseren Zugang zu Online-Angeboten.

Im Zentrum der alangu-Plattform steht ein 3D-Avatar, der Texte in Gebärdensprache übersetzt. Anders als klassische Videos mit menschlichen Dolmetschern kann die KI-Lösung skalierbar eingesetzt und unkompliziert aktualisiert werden. Über ein modulares Baukastensystem lassen sich Inhalte ohne Programmierkenntnisse zusammenstellen. Die Nutzer wählen aus einem ständig wachsenden Katalog an Themenfeldern aus und kombinieren diese bei Bedarf mit eigenen Begriffen. So entstehen individuelle Gebärdensprach-Videos – etwa für Online-Shops, Formulare oder Serviceansagen.
Besonderes Augenmerk legt alangu auf Mimik, Körpersprache und den emotionalen Ausdruck, da diese für die Verständlichkeit in der Gebärdensprache entscheidend sind. Die Tiefendarstellung des Avatars hilft dabei, komplexe Inhalte differenzierter zu vermitteln. Perspektivisch sind zudem Funktionen für sehbehinderte Gehörlose und eine Echtzeit-Übersetzung geplant.
Die Lösung wurde von einem inklusiven Team entwickelt. Rund die Hälfte der Mitarbeitenden bei alangu ist selbst gehörlos, Qualitätssicherung und Freigabeprozesse liegen vollständig in deren Händen. Das Unternehmen wurde dafür mehrfach ausgezeichnet, unter anderem von der EU-Kommission, vom Bundesverband Digitale Wirtschaft und durch den Digital Media Award 2024.















