Shopware startet Allianz für KI-gesteuerten Handel mit menschlichem Profil

Der Softwareanbieter Shopware will verhindern, dass KI den Onlinehandel in eine reine Preis- und Transaktionswelt verwandelt. Mit der neuen Agentic Commerce Alliance soll sichergestellt werden, dass Händler auch in einer automatisierten Handelsumgebung wiedererkennbar und wettbewerbsfähig bleiben.

(Bild: Shopware)

Immer häufiger übernehmen intelligente Agenten selbstständig Kaufentscheidungen, vergleichen Preise, lösen Bestellungen aus und kommunizieren direkt mit anderen Systemen. Der Mensch als aktiver Akteur im digitalen Handel tritt zunehmend in den Hintergrund. Das birgt Risiken für ein Kernelement des Onlinehandels: die Differenzierung. Wenn Auswahlentscheidungen ausschließlich auf Geschwindigkeit und Preis basieren, geraten Faktoren wie Servicequalität, Markenbindung oder individuelle Beratung ins Abseits.

Vor diesem Hintergrund hat Shopware die Gründung der Agentic Commerce Alliance bekanntgegeben. Die Initiative will neue Standards und technische Rahmenbedingungen schaffen, um Händler in der sich entwickelnden Bot-Ökonomie zu unterstützen. Ziel ist es, automatisierte Prozesse mit individualisierbaren Inhalten und Werten zu verbinden. Händler sollen so die Möglichkeit behalten, ihre Markenidentität auch in einer zunehmend KI-dominierten Umgebung sichtbar zu machen.

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Ein zentrales Anliegen der Allianz ist der Aufbau offener und interoperabler Standards. Diese sollen sicherstellen, dass automatisierte Einkaufssysteme nicht nur Preis und Verfügbarkeit erfassen, sondern auch weiche Faktoren wie Beratungskompetenz, Nachhaltigkeitsversprechen oder besondere Serviceangebote berücksichtigen können. Denkbar sind personalisierte Produkterlebnisse, 3D-Umgebungen oder KI-gestützter Kundenservice, der über rein technische Antworten hinausgeht.

Die Allianz versteht sich als industrieübergreifende Plattform. Neben Shopware gehören bereits 15 weitere Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen zu den Gründungsmitgliedern. Die Initiative reagiert damit auf ein Marktumfeld, das zunehmend von wenigen großen Technologiekonzernen geprägt wird. Diese könnten – so die Einschätzung – zentrale Plattformen kontrollieren, über die künftig ein Großteil der digitalen Transaktionen abgewickelt wird.

Um dem entgegenzuwirken, setzt die Allianz auf Kooperation und offene Architektur. Shopware, das bereits früh mit KI-Anwendungen im Handel experimentiert hat, sieht im sogenannten Agentic Commerce einen langfristigen Richtungswechsel: Weg von rein datengetriebenen Systemen, hin zu Handelsmodellen, in denen KI nicht vereinheitlicht, sondern Individualität unterstützt.

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