Jeder Zweite offen für KI-Einkäufer

Mastercard sieht in Deutschland eine wachsende Offenheit für KI-Agenten im Onlinehandel. Laut der GfK-Studie „Mastercard Payment Pulse“ können sich 58 Prozent der Befragten vorstellen, Produkte künftig von einem digitalen Assistenten auswählen zu lassen; 52 Prozent würden ihnen auch Zahlungen im eigenen Auftrag überlassen.

Damit rückt Agentic Commerce näher an den Massenmarkt. Gemeint sind KI-Systeme, die nicht nur Produktempfehlungen geben, sondern im Auftrag des Nutzers Preise vergleichen, Angebote bewerten, Routinekäufe vorbereiten oder Zahlungen auslösen können. Bereits heute nutzen 34 Prozent der deutschen Internetkäufer KI-basierte Funktionen beim Onlineshopping. In der Generation Z liegt der Anteil laut Studie bei 58 Prozent. Dazu zählen Chatbots, Shopping-Assistenten, virtuelle Anproben, visuelle Produktsuche und personalisierte Empfehlungen. 45 Prozent der Nutzer solcher Funktionen haben bereits aufgrund einer KI-Empfehlung etwas gekauft.

Klare Bedingungen

Die Offenheit für KI-Agenten ist an klare Bedingungen geknüpft. Unter den Befragten, die Zahlungen durch KI-Agenten grundsätzlich offen gegenüberstehen, nennen 30 Prozent einfache Nutzung und Kontrolle als wichtigste Voraussetzung. 29 Prozent verweisen auf Vertrauen in die Sicherheit, 25 Prozent auf Transparenz.

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Als Vorteile sehen die Befragten vor allem den laufenden Vergleich von Preisen, Qualität und Verfügbarkeit sowie die Automatisierung wiederkehrender Einkäufe. Jeder Fünfte bewertet es zudem positiv, dass KI-Agenten Kaufentscheidungen faktenbasiert und weniger emotional treffen könnten.

Mastercard verweist in diesem Zusammenhang auf eigene technische Entwicklungen. Anfang Mai 2026 wurde nach Unternehmensangaben in Deutschland die erste Transaktion über einen KI-Agenten erfolgreich durchgeführt. Mit „Mastercard Agent Pay“ will der Zahlungsdienstleister eine Infrastruktur schaffen, über die agentische Zahlungen sicher und nachvollziehbar abgewickelt werden können.

Besonders hoch ist die Bereitschaft unter Early Adopters. 82 Prozent dieser Gruppe können sich vorstellen, KI-Agenten für Einkäufe zu nutzen, 77 Prozent würden ihnen auch Zahlungen anvertrauen. Bei den 18- bis 29-Jährigen sehen 76 Prozent klare Vorteile, 72 Prozent können sich Zahlungen durch KI-Agenten vorstellen.

Für den Handel deutet die Studie auf eine mögliche Verschiebung im Kaufprozess hin. Wenn KI-Agenten künftig Produktsuche, Preisvergleich und Zahlung stärker übernehmen, gewinnt die Sichtbarkeit innerhalb solcher Systeme an Bedeutung. Zugleich bleibt offen, wie schnell aus grundsätzlicher Offenheit tatsächliche Nutzung wird. Gerade bei Zahlungen dürften Sicherheit, Transparenz und Kontrollmöglichkeiten darüber entscheiden, ob sich Agentic Commerce über technikaffine Zielgruppen hinaus durchsetzt.

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