ING baut Wero im Onlinehandel aus

Die ING Deutschland erweitert die Nutzung von Wero um Zahlungen im Onlinehandel. Nach dem Start von Echtzeitüberweisungen zwischen Privatpersonen kann das europäische Bezahlsystem damit erstmals breiter im E-Commerce eingesetzt werden.

Mit dem Schritt wächst die Reichweite von Wero weiter. Das von der European Payments Initiative (EPI) entwickelte System soll langfristig eine europäische Alternative zu internationalen Zahlungsanbietern wie PayPal, Visa oder Mastercard schaffen. Seit Anfang Juni können ING-Kunden Wero bei teilnehmenden Onlinehändlern als Zahlungsmethode nutzen. Die Bezahlung erfolgt direkt vom Girokonto und basiert auf Echtzeitüberweisungen. Zwischenhändler oder separate Wallets sind dabei nicht erforderlich. Nach Angaben der Bank haben bereits mehr als 600.000 Kunden den Dienst aktiviert. Das entspricht rund 15 Prozent der Girokontoinhaber und zählt zu den höchsten Aktivierungsraten im deutschen Markt.

Wero wurde bei der ING im August 2025 zunächst für Überweisungen zwischen Privatpersonen eingeführt. Mit der Öffnung für den Onlinehandel folgt nun der nächste Ausbauschritt. Die Zahlungen werden über das europäische SEPA-Instant-Netzwerk abgewickelt und sollen in der Regel innerhalb weniger Sekunden abgeschlossen sein. Die EPI wirbt dabei insbesondere mit einer europäischen Datenhaltung und einer stärkeren Unabhängigkeit von außereuropäischen Zahlungsnetzwerken.

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Branchenbeobachter sehen in Wero vor allem eine europäische Antwort auf die starke Marktstellung internationaler Anbieter. Gleichzeitig steht das System noch vor Herausforderungen. Während die Nutzung für private Überweisungen bereits deutlich zugenommen hat, befindet sich die Verbreitung im Onlinehandel weiterhin im Aufbau. Die Zahl der tatsächlich angebundenen großen Händler wächst zwar, bleibt aber noch überschaubar. Zudem fehlen derzeit einige Funktionen, die Verbraucher von etablierten Bezahldiensten kennen, etwa umfassende Käuferschutzprogramme.

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