Der Schweizer Onlinehändler Galaxus und die Schwesterplattform Digitec wollen Produktbewertungen stärker gegen Manipulation absichern. Künftig können nur noch Kunden Rezensionen abgeben, die den jeweiligen Artikel nachweislich über die Plattform gekauft haben.

Im Zuge der Umstellung löschen die beiden Unternehmen rund 380.000 bestehende Bewertungen ohne verifizierten Kauf. Nach Angaben von Galaxus und Digitec entspricht das knapp vier Prozent aller bislang veröffentlichten Rezensionen. Auslöser für die Änderung war ein Fall mutmaßlicher Bewertungsmanipulation rund um ein Einbruchschutzprodukt namens „Kevin“. Nach Angaben der Plattformen hatten Mitarbeiter des Herstellers sowie Personen aus dessen Umfeld das Produkt mit positiven Bewertungen versehen, ohne es über Galaxus oder Digitec gekauft zu haben. Der Vorfall habe verdeutlicht, wie anfällig das bisherige System für Missbrauch war.
Bislang konnten alle registrierten Nutzer Produktbewertungen veröffentlichen, unabhängig davon, ob sie den jeweiligen Artikel tatsächlich über die Plattform erworben hatten. Zwar wurde kenntlich gemacht, wenn kein Kauf vorlag, diese Information hatte jedoch keinen Einfluss auf die Gesamtbewertung. Nicht verifizierte Rezensionen flossen somit genauso in die Sternebewertung ein wie Bewertungen von tatsächlichen Käufern. Künftig wird eine Bewertung nur noch möglich sein, wenn ein Produkt nachweislich ausgeliefert oder in einer Filiale abgeholt wurde. Bewertungen bleiben auch dann bestehen, wenn ein Artikel später zurückgegeben wird. Bei stornierten Bestellungen entfällt dagegen die Möglichkeit zur Rezension.
Mit der neuen Regelung gehen die Schweizer Plattformen über die Praxis vieler Wettbewerber hinaus. Amazon kennzeichnet zwar verifizierte Käufe, erlaubt aber weiterhin auch Bewertungen ohne nachgewiesenen Erwerb des Produkts. Otto beschränkt Produktbewertungen dagegen bereits auf Käufer des jeweiligen Artikels. Die Löschung der betroffenen Rezensionen soll bis Ende Juni abgeschlossen werden. Punkte, Erfahrungsstufen und andere Community-Auszeichnungen der Nutzer bleiben von der Maßnahme unberührt.















