DHL-Preiserhöhungen stoßen auf deutliche Kritik

DHL plant zum Jahreswechsel eine weitere Preisanpassung für Geschäftskunden. Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) warnt vor den Auswirkungen auf Händler und stellt das Vorgehen des Logistikunternehmens grundsätzlich infrage.

Martin Groß-Albenhausen, Stellv. Hauptgeschäftsführer des bevh (Bild: bevh)

Online- und Versandhändler sind in hohem Maß auf verlässliche Logistikpartner angewiesen. DHL nimmt dabei seit Jahren eine zentrale Rolle ein. Doch mit den jüngsten Preisentwicklungen wächst die Unzufriedenheit in der Branche. Laut dem bevh werden die vertraglich vereinbarten Konditionen zunehmend durch kurzfristige Anpassungen ausgehöhlt. Neben wiederholten Preiserhöhungen beklagen Händler die Einführung zusätzlicher Zuschläge, etwa in Form von Peak- und sogar Peak-Peak-Zuschlägen, die unabhängig vom tatsächlichen Sendungsvolumen in der Hochsaison anfallen.

Besonders kritisch sieht der Verband die Argumentation von DHL, gestiegene Kosten durch Investitionen in Packstationen und andere alternative Zustellformen als Begründung für höhere Paketpreise heranzuziehen. Laut Martin Groß-Albenhausen, dem stellvertretenden Hauptgeschäftsführer des bevh, handle es sich hierbei um Effizienzmaßnahmen, die eigentlich Einsparungen zur Folge haben sollten. Die Paketbündelung an Packstationen senke nachweislich den logistischen Aufwand. Vor diesem Hintergrund sei es nicht nachvollziehbar, dass Investitionen in solche Systeme als Anlass für allgemeine Preissteigerungen dienen.

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Zuschläge für Haustürzustellung?

Für zusätzliche Irritation sorgt die Ankündigung, künftig Zuschläge auf die klassische Haustürzustellung zu prüfen. Diese Form der Zustellung gilt als zentrales Serviceversprechen im Onlinehandel und wird von Endkunden weiterhin klar bevorzugt. Eine Verteuerung dieses Standards könnte sowohl auf Händler- als auch auf Kundenseite zu sinkender Akzeptanz führen.

Im Kern kritisiert der bevh die mangelnde Planungssicherheit für Handelsunternehmen. Die Preispolitik von DHL setze alle Beteiligten unter Druck, unabhängig von deren tatsächlicher Sendungsmenge oder saisonaler Auslastung. Insbesondere kleinere Händler, die keine großen Volumenrabatte aushandeln können, geraten dadurch zunehmend in eine schwierige wirtschaftliche Lage. Hinzu kommt, dass viele der Zuschläge nicht klar an konkrete Leistungen geknüpft sind, sondern pauschal und breitflächig eingeführt werden.

Die Forderung des Verbands lautet daher, zu einer verlässlicheren und nachvollziehbareren Preisstruktur zurückzukehren, bei der tatsächliche Aufwände und erbrachte Leistungen im Vordergrund stehen. Nur so könne das partnerschaftliche Verhältnis zwischen Logistikdienstleistern und Handel aufrechterhalten bleiben.

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