Die Europäische Kommission sieht weiterhin mögliche Wettbewerbsverzerrungen bei der geplanten Übernahme von Ceconomy durch JD.com. Im Mittelpunkt stehen mutmaßliche staatliche Vorteile für den chinesischen Handelskonzern.

Die Kommission hat JD.com ihre vorläufigen Einwände übermittelt. Nach Einschätzung der Behörde könnte das Unternehmen ausländische Subventionen erhalten haben, die den Kauf von Ceconomy und die anschließende Marktposition des Konzerns begünstigen.
Genannt werden unter anderem vergünstigte Finanzierungen, steuerliche Vorteile und weitere staatliche Leistungen. Solche Mittel könnten JD.com in die Lage versetzt haben, einen höheren Kaufpreis zu bieten oder Ceconomy nach der Übernahme mit zusätzlichen Investitionen in Logistik, Technik und Vertrieb auszustatten.
Die Prüfung erfolgt nicht nach dem üblichen europäischen Fusionskontrollrecht, sondern nach der Verordnung über drittstaatliche Subventionen. Diese soll verhindern, dass Unternehmen mit staatlich gestützter Finanzierung europäische Wettbewerber übernehmen oder auf dem Binnenmarkt Vorteile erlangen.
Die vertiefte Untersuchung wurde im Mai eröffnet. JD.com bestreitet nach bisherigen Angaben, dass die Finanzierung des Geschäfts auf wettbewerbsverzerrenden staatlichen Hilfen beruht. Das Unternehmen verweist auf eigene Mittel und private Bankkredite.
Ceconomy betreibt unter anderem MediaMarkt und Saturn und verfügt über ein europaweites Filial- und Onlinegeschäft. Eine Übernahme würde JD.com deshalb einen direkten Zugang zu etablierten Marken, Kundenbeziehungen und Logistikstrukturen verschaffen. Der Kaufpreis wurde zuvor mit rund 2,2 Milliarden Euro beziffert.
Die Mitteilung der Einwände ist noch keine endgültige Entscheidung. JD.com kann Stellung nehmen und Zusagen anbieten. Die Kommission kann die Transaktion anschließend freigeben, mit Auflagen genehmigen oder untersagen. Als vorläufiger Termin für den Abschluss der Prüfung ist der 2. Oktober 2026 eingetragen.













