Die Universal Postal Union (UPU) reagiert mit einer technischen Sofortmaßnahme auf den dramatischen Einbruch des internationalen Postverkehrs in die USA. Dessen Auslöser ist der Wegfall der zollfreien de minimis-Regelung durch eine neue US-Vorgabe zum 29. August 2025.

Durch die überraschende Änderung müssen Transportdienstleister oder von der US-Zollbehörde CBP autorisierte Drittparteien künftig sämtliche Einfuhrabgaben für Sendungen selbst berechnen, einziehen und weiterleiten. Internationale Postdienste waren darauf nicht vorbereitet. Fluggesellschaften erklärten, sie könnten diese Verantwortung nicht übernehmen. Infolge fehlender Anbindung an das US-System brach der Postverkehr aus UPU-Mitgliedsstaaten am Tag der Umstellung um 81 % ein. 88 Postgesellschaften setzten daraufhin vorübergehend ganz oder teilweise ihre Zustellung in die USA aus.
Die UPU, eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, sieht sich in der Pflicht, den weltweiten Postverkehr aufrechtzuerhalten. „Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung, um den Austausch mit den USA wiederherzustellen“, erklärte UPU-Generaldirektor Masahiko Metoki. Seit dem 5. September steht daher ein sogenannter landed-cost calculator als API bereit. Über diese Schnittstelle können Postgesellschaften die anfallenden Abgaben direkt bei der Einlieferung berechnen und vom Absender einziehen.
Die technische Lösung soll nun schrittweise auch in das bestehende Customs Declaration System (CDS) der UPU integriert werden, das weltweit von 176 Postgesellschaften genutzt wird. Geplant ist zudem ein System zur sicheren Datenübermittlung und zur Weiterleitung der Beträge an die von der CBP zugelassenen Drittparteien. Die UPU stellt ihren Mitgliedern dabei nicht nur die notwendigen Werkzeuge zur Verfügung, sondern unterstützt auch bei der Prozessanpassung und Schulung des Personals.
Die vollständige Wiederaufnahme des US-Postverkehrs dürfte jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da die Einführung der neuen Infrastruktur länderspezifisch erfolgt.















