US: Verzicht auf zollfreie Kleinsendungen

Die USA setzen auf breiter Front neue Zollpflichten durch. Laut einem am 2. August unterzeichneten Dekret von Präsident Trump entfällt künftig der zollfreie Status für nahezu alle Kleinsendungen unterhalb der bisherigen Freigrenze – unabhängig vom Herkunftsland oder Transportweg. Ausnahmen gelten nur noch für Postsendungen.

Bisher konnten Waren mit einem Warenwert unter 800 Dollar in die USA eingeführt werden, ohne dass Zölle oder Steuern anfielen. Diese sogenannte „de minimis“-Regelung wurde vielfach genutzt, auch für fragwürdige Umgehungsgeschäfte. Künftig sind alle Sendungen, mit Ausnahme der internationalen Post, zollpflichtig. Für die Post gelten Übergangsregelungen, bei denen entweder ein fester Betrag pro Paket (bis zu 200 Dollar) oder ein prozentualer Wertzoll erhoben wird, abhängig vom Ursprungsland und bestehenden Notfallzöllen.

Trump begründet die Maßnahme mit mehreren akuten Krisen, darunter der illegale Drogenhandel über Kanada, Mexiko und China, unfaire Handelspraktiken und chronische Handelsdefizite. In früheren Dekreten hatte er bereits die rechtlichen Grundlagen geschaffen und nun die zuständigen Behörden für vollzugsbereit erklärt.

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Für Handelsunternehmen weltweit bedeutet dies spürbare Mehrkosten, vor allem im Versandhandel. Versanddienstleister müssen künftig sicherstellen, dass alle relevanten Zölle erfasst und abgeführt werden. Auch Importeure in den USA müssen sich auf neue Prozesse einstellen: Für bisher zollfreie Kleinsendungen ist künftig eine reguläre Einfuhranmeldung über das „Automated Commercial Environment“ (ACE) vorgeschrieben.

Die Maßnahme tritt am 29. August 2025 in Kraft. Unternehmen sollten sich frühzeitig mit den neuen Zollverfahren vertraut machen – insbesondere bei Versand über Nicht-Postdienste wie FedEx, UPS oder DHL. Längerfristig droht eine Verschiebung von Handelsströmen, da sich der Import kleiner Warenmengen in die USA deutlich verteuern wird.

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