Ladendiebstahl auf dem Vormarsch

Der Ladendiebstahl stellt den Einzelhandel in Deutschland vor immer größere Herausforderungen. Insbesondere die Zunahme der organisierten Kriminalität führt zu erheblichen Verlusten, wie eine aktuelle Studie des EHI zu Inventurdifferenzen zeigt.

Die Inventurdifferenzen stiegen 2023 demnach um fast 5 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. Davon entfallen 4,1 Milliarden Euro auf Verluste durch Diebstähle. Weitere 700 Millionen Euro resultieren aus organisatorischen Mängeln wie falschen Preisauszeichnungen und Bewertungsfehlern.

Von den 4,1 Milliarden Euro an Diebstahlverlusten gehen rund 2,82 Milliarden Euro auf das Konto von Kunden, 910 Millionen Euro auf eigene Angestellte und 370 Millionen Euro auf das Personal von Lieferanten und Servicefirmen. Statistisch entspricht dies einem jährlichen Warenwert von etwa 34 Euro pro Bundesbürger, der unbezahlt bleibt.

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Die Polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnet einen Anstieg der angezeigten Ladendiebstähle um 23,6 Prozent auf 426.096 Fälle. Besonders der schwere Ladendiebstahl erreichte mit 27.452 angezeigten Fällen einen neuen Höchststand. Die Dunkelziffer ist jedoch deutlich höher: Schätzungen zufolge bleiben jährlich etwa 24 Millionen Ladendiebstähle unentdeckt, was täglich rund 100.000 Diebstählen entspricht.

Angesichts dieser alarmierenden Zahlen steht der Einzelhandel vor der dringenden Aufgabe, wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Dies könnte durch den verstärkten Einsatz von Überwachungstechnologie, Schulungen für das Personal und eine engere Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden geschehen.

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