Der Modehändler Zalando beendet sein Connected-Retail-Programm bis Ende Juni 2027. Das Unternehmen bestätigte gegenüber verschiedenen Medien entsprechende Änderungen an seinem Partnermodell. Händler sollen künftig über eine stärker vereinheitlichte Plattformstruktur angebunden werden.

Connected Retail galt in den vergangenen Jahren als wichtige Schnittstelle zwischen stationärem Handel und Onlineplattform. Händler konnten ihre Filialbestände direkt über Zalando verkaufen und Bestellungen aus den Geschäften versenden. Besonders während der Pandemie gewann das Modell an Bedeutung, weil viele stationäre Anbieter damit vergleichsweise schnell zusätzliche Online-Reichweite aufbauen konnten.
Nach Angaben von Zalando bleibt der Verkauf über die Plattform grundsätzlich weiterhin möglich. Allerdings sollen Partnerprogramme und technische Systeme stärker zusammengeführt werden. Das Unternehmen verweist dabei auf effizientere Prozesse und eine europaweit einheitlichere Struktur.
Mit der Umstellung gehen auch Änderungen bei Gebühren und Abläufen einher. Wie der “Schuhkurier” berichtet, sollen zudem neue standardisierte Marktplatzgebühren und Übergangsregelungen eingeführt werden. Zalando selbst spricht von einem vereinfachten Modell, das langfristig besser skalierbar sei.
Die Entscheidung passt zu einer Entwicklung, die sich bei großen Plattformen seit Jahren abzeichnet. Internationale Marktplätze reduzieren zunehmend Sonderlösungen zugunsten zentral gesteuerter Systeme. Einheitliche Prozesse erleichtern Logistik, Datenmanagement und die Anbindung zusätzlicher Märkte. Gleichzeitig verändern sich dadurch die Anforderungen für angebundene Händler.
Connected Retail war innerhalb dieser Entwicklung ein Sonderfall, weil stationäre Geschäfte vergleichsweise direkt eingebunden wurden. Mit der stärkeren Vereinheitlichung rückt nun das klassische Plattformmodell stärker in den Vordergrund.
Wie stark sich die Umstellung im Alltag der Händler bemerkbar machen wird, dürfte auch davon abhängen, wie bestehende Funktionen in die neue Struktur integriert werden. Zalando betont, dass Händler weiterhin Zugriff auf die Reichweite der Plattform erhalten sollen.















