Nur wenige erkennen Fakeshops zuverlässig

Eine aktuelle Untersuchung der Initiative Sicher Handeln zeigt, dass viele Verbraucher trotz hoher Bekanntheit des Begriffs Fakeshop nur einen kleinen Teil der relevanten Warnsignale erkennen. Gleichzeitig nutzen Betrüger zunehmend Künstliche Intelligenz, während die Sorge vor Betrugsfällen weiter sinkt.

Die neue ISH-YouGov-Umfrage verdeutlicht, wie groß die Diskrepanz zwischen gefühlter Sicherheit und tatsächlichem Wissen ist. Zwar geben 81 Prozent der Befragten an, zu wissen, was Fakeshops sind, doch nur knapp jeder Vierte kann alle wichtigen Hinweise auf einen betrügerischen Anbieter richtig einordnen. Viele orientieren sich ausschließlich an einzelnen Merkmalen wie sehr günstigen Preisen, fehlenden Pflichtangaben oder ungewohnten Internetadressen. Rund 14 Prozent wissen überhaupt nicht, woran man einen Fakeshop erkennen kann.

Der wirtschaftliche Schaden bleibt erheblich: Nach aktuellen Schätzungen entstehen in Deutschland jährlich Verluste von rund 100 Millionen Euro, und mehr als 300.000 Menschen waren bereits betroffen. Die Kombination aus professionell gestalteten Seiten, gefälschten Bewertungen und Drucksituationen wie spontanen Rabattaktionen lässt viele Nutzer unachtsam werden. Nach Angaben der ISH verlassen sich 34 Prozent der Befragten vor allem auf positive Bewertungen, 15 Prozent auf Logos oder Gütesiegel. Doch gerade diese Elemente lassen sich inzwischen leicht manipulieren.

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Ein Blick austauschbarer Verbraucherstudien zeigt, dass die Gefahr während Rabattwochen sogar noch steigt. Eine aktuelle Analyse aus Österreich bestätigt, dass ein erheblicher Teil der Nutzer in solchen Aktionsphasen auf betrügerische Angebote stößt. Zugleich sinkt das subjektive Bedrohungsgefühl: Nur 20 Prozent der Befragten halten es für wahrscheinlich, selbst Opfer eines Fakeshops zu werden – deutlich weniger als im Vorjahr.

Die zunehmende Nutzung von Künstlicher Intelligenz trägt dazu bei, dass Grenzen zwischen echten und gefälschten Inhalten weiter verschwimmen. Produkttexte, Bewertungen oder Chat-Antworten lassen sich automatisiert erzeugen und wirken oft glaubwürdig. Rund jeder Fünfte gibt daher an, Online-Angeboten seit dem KI-Boom weniger zu vertrauen. Nach Einschätzung der Initiative entsteht damit ein Umfeld, das professionell agierende Täter begünstigt und Fehlentscheidungen erleichtert.

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