Self-Checkout verbreitet sich zunehmend im Einzelhandel

Eine aktuelle Studie des girocard-Systems zeigt, dass der Einsatz von Self-Checkout-Kassen rasant zunimmt. Gleichzeitig sorgen offene Prozessfragen wie die Altersverifikation dafür, dass ein relevanter Teil der Kundschaft das Angebot weiterhin nur eingeschränkt nutzt.

Self-Checkout hat sich in den vergangenen Jahren von einer Ergänzung des Kassensystems zu einem festen Bestandteil vieler Filialkonzepte entwickelt. Laut der Untersuchung nutzen inzwischen 67 Prozent der Befragten Self-Checkout-Kassen, sofern diese verfügbar sind. Ein Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 56 Prozent. Parallel dazu wächst das Angebot deutlich: 86 Prozent der Befragten treffen nach eigenen Angaben regelmäßig auf entsprechende Systeme, während der Anteil 2024 noch bei 73 Prozent lag. Häufigste Gründe für die Nutzung sind kürzere Wartezeiten und die Möglichkeit, kleinere Einkäufe schnell abzuschließen.

Beim Bezahlvorgang greifen viele weiterhin zu kartengestützten Verfahren. 56 Prozent nutzen die girocard, entweder physisch oder über mobile Wallets, während Bargeld mit zwölf Prozent nur eine geringe Rolle spielt. Kreditkarten erreichen 27 Prozent. Die Zahlen verdeutlichen die fortschreitende Verlagerung hin zu kontaktlosen und digitalen Bezahlwegen, die insbesondere an automatisierten Kassen bevorzugt werden.

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Deutlich wird jedoch auch, dass die Nutzung an Grenzen stößt, sobald Jugendschutzwaren im Einkauf liegen. 35 Prozent der Befragten vermeiden Self-Checkout in solchen Fällen. Grund dafür ist die notwendige manuelle Freigabe durch das Personal, die 81 Prozent als störend empfinden. Mehr als die Hälfte der Nutzer hat diese Situation bereits erlebt, und 37 Prozent bewerten sie als belastend. Da 77 Prozent gelegentlich altersbeschränkte Produkte kaufen, betrifft dieses Hindernis eine große Nutzergruppe und führt regelmäßig zu Verzögerungen.

Die Studie sieht hier erhebliches Potenzial für technische Verbesserungen. Die girocard kann das Alter bereits heute während des Bezahlvorgangs ausweisen, ohne dass ein manueller Eingriff erforderlich ist. 53 Prozent der Befragten beurteilen diese Möglichkeit positiv, bei den unter 30-Jährigen sind es 68 Prozent. Rund ein Drittel würde Self-Checkout-Kassen häufiger nutzen, wenn die Altersverifikation automatisch erfolgen könnte. Für Händler ergibt sich daraus die Chance, Abläufe zu stabilisieren und Personal spürbar zu entlasten.

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