Trend Micro legt mit neuen Daten seines Geschäftsbereichs TrendAI offen, wie stark Unternehmen in Deutschland den Einsatz von Künstlicher Intelligenz vorantreiben. Sicherheitsbedenken spielen dabei häufig eine untergeordnete Rolle.

Eine globale Befragung von 3.700 Entscheidern, darunter 200 aus Deutschland, zeigt, dass 70 Prozent der deutschen Unternehmen KI-Projekte trotz bestehender Sicherheitsbedenken genehmigt haben. 17 Prozent stuften diese Bedenken sogar als „extrem“ ein, wurden aber dennoch übergangen. Treiber sind vor allem Wettbewerbsdruck und interne Anforderungen. Gleichzeitig fehlt es in vielen Unternehmen an klaren Zuständigkeiten und belastbaren Regeln. Sicherheitsverantwortliche reagieren oft erst nachträglich auf Entscheidungen der Geschäftsführung. Das begünstigt den Einsatz nicht genehmigter Tools und verschärft die Risiken.
Die Studie macht zudem eine wachsende Lücke zwischen Einführung und Absicherung deutlich. 56 Prozent der Befragten geben an, dass sich KI schneller entwickelt, als sie kontrolliert werden kann. 46 Prozent fühlen sich unsicher im Umgang mit rechtlichen Vorgaben. Nur 41 Prozent der Unternehmen verfügen über umfassende Richtlinien, während mehr als die Hälfte noch daran arbeitet oder erst begonnen hat.
Auch beim Einsatz autonomer KI bleibt die Skepsis hoch. Nur 36 Prozent erwarten kurzfristige Verbesserungen in der Cyberabwehr. Gleichzeitig sehen viele Unternehmen konkrete Risiken: 36 Prozent nennen den Zugriff auf sensible Daten, 39 Prozent manipulierte Eingaben. Weitere Befürchtungen betreffen zusätzliche Angriffsflächen und den möglichen Missbrauch von Systemrechten.
Ein zentrales Problem ist die fehlende Kontrolle. 31 Prozent der Unternehmen berichten von mangelnder Transparenz bei KI-Systemen. Zwar befürworten 35 Prozent sogenannte Abschaltmechanismen, doch fast die Hälfte ist unentschlossen. Damit bleibt offen, wie Unternehmen im Ernstfall eingreifen wollen.
















