Fast jeder zweite aktive KI-Nutzer in Deutschland greift bei Kaufentscheidungen lieber auf Chatbots wie ChatGPT zurück als auf klassische Suchmaschinen. Das zeigt eine aktuelle Studie von Verdane auf Basis einer Umfrage des Instituts Norstat.

Laut der Erhebung greifen 42 Prozent der Menschen in Deutschland zumindest gelegentlich zu KI-Tools wie ChatGPT. Viele von ihnen nutzen diese inzwischen auch beim Online-Shopping. 76 Prozent der aktiven Nutzer gaben an, sich bei Kaufentscheidungen schon einmal von einer KI beraten lassen zu haben. Besonders auffällig: Jeder Sechste verwendet die Technologie regelmäßig oder sogar ausschließlich als Einkaufsratgeber.
Die Ergebnisse zeigen klar, dass künstliche Intelligenz für viele zur ersten Informationsquelle wird. Wer früher Suchmaschinen nutzte, stellt seine Fragen heute direkt an ein KI-Modell.
Deutschland im Ländervergleich
Im europäischen Vergleich liegt Deutschland im Mittelfeld. Der Anteil aktiver Nutzer ist höher als etwa in Großbritannien oder Schweden, aber etwas niedriger als im skandinavischen Durchschnitt. Auch die Altersstruktur spielt eine Rolle: Junge Erwachsene nutzen KI deutlich häufiger als Menschen über 55.
KI kommt dabei nicht nur im privaten Alltag zum Einsatz. Fast ein Viertel der deutschen Nutzer wendet die Technologie auch beruflich an, zum Beispiel für Textarbeiten, Analysen oder Recherchen.
Vertrauen und Vorsicht zugleich
Trotz der wachsenden Verbreitung bleibt das Vertrauen in die Technik begrenzt. Nur etwa ein Drittel der Befragten glaubt den KI-Empfehlungen meistens. Rund 40 Prozent prüfen die Angaben regelmäßig anhand anderer Quellen. Viele zeigen sich offen, aber wachsam im Umgang mit den neuen Möglichkeiten.
Die Umfrage legt nahe, dass klassische Kanäle wie Google oder Vergleichsportale an Bedeutung verlieren. Für viele beginnt der Entscheidungsprozess inzwischen bei einem Chatbot. Produkte, Marken und Informationen müssen dort auffindbar und verständlich dargestellt werden. Wer sichtbar bleiben will, muss sich an diese veränderten Wege der Informationsbeschaffung anpassen.















