KI verlängert Erholung nach Cyberangriffen

Der Content-Delivery- und Sicherheitsanbieter Fastly sieht wachsende Sicherheitsrisiken für Unternehmen, die künstliche Intelligenz früh in ihre Systeme integriert haben. Laut aktuellem Global Security Research Report benötigen sogenannte KI-First-Unternehmen deutlich länger, um sich von Sicherheitsvorfällen zu erholen.

Für die Studie befragte Fastly weltweit 2.000 IT-Entscheider mit Verantwortung für Cybersicherheit, darunter 200 aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Sicherheitsarchitektur vieler Organisationen langsamer entwickelt als ihre KI-Infrastruktur.

KI-First-Unternehmen, die künstliche Intelligenz früh in zentrale Geschäftsprozesse und digitale Angebote eingebunden haben, benötigen laut Untersuchung deutlich mehr Zeit für die Aufarbeitung von Sicherheitsvorfällen. In der DACH-Region lag die durchschnittliche Wiederherstellungszeit nach einem Sicherheitsvorfall bei rund acht Monaten. Unternehmen ohne ausgeprägten KI-Fokus benötigten im Durchschnitt etwa 115 Tage.

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Die längeren Erholungszeiten gehen häufig mit höheren finanziellen Schäden einher. Ein Grund ist, dass Angreifer gezielt Schwachstellen in KI-Systemen ausnutzen. Rund die Hälfte der befragten KI-First-Unternehmen gab an, dass bei ihrem letzten Sicherheitsvorfall entsprechende Systeme direkt kompromittiert wurden.

KI-Systeme erweitern Angriffsflächen

Ein zentraler Faktor ist die steigende technische Komplexität moderner KI-Infrastrukturen. KI-native Systeme erweitern die potenzielle Angriffsfläche erheblich. Dezentrale Datenflüsse, automatisierte Agenten und verteilte Infrastrukturen erschweren die Kontrolle über Sicherheitsrisiken.

Zusätzlich steigt die Belastung der technischen Infrastruktur. Unternehmen berichten von zusätzlichen Kosten durch automatisiertes KI-Scraping, bei dem KI-Crawler große Datenmengen auslesen. Laut Fastly erhöhen sich die Infrastrukturkosten dadurch im Durchschnitt um rund 372.000 Euro.

Neben direkten Kosten entstehen auch indirekte wirtschaftliche Folgen. Überlastungen oder Sicherheitsprobleme können zu längeren Ladezeiten, eingeschränkter Funktionalität von Webseiten oder zu Serviceausfällen führen.

Sicherheitsstrategien müssen nachziehen

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass viele Unternehmen ihre Sicherheitsstrategien anpassen müssen. Besonders wichtig sind Investitionen in Transparenz bei automatisierten Systemen, Schutz von Programmierschnittstellen sowie moderne Web-Application-Firewalls.

Mehr als die Hälfte der befragten IT-Entscheider sieht zudem einen steigenden Bedarf an Fachwissen im Bereich KI-Sicherheit. Gleichzeitig wächst nach Einschätzung vieler Unternehmen das Risiko von DDoS-Angriffen auf KI-gestützte Dienste und automatisierte Agentensysteme.

Die Studie zeigt damit auch ein strukturelles Problem vieler Organisationen. Während Unternehmen KI zunehmend in ihre Geschäftsprozesse integrieren, entwickeln sich Sicherheitsarchitekturen häufig langsamer. Ohne entsprechende Anpassungen könnte die Integration neuer KI-Systeme daher zusätzliche Risiken für digitale Infrastrukturen schaffen.

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