EU soll Ultra Fast Fashion stärker regulieren

Deutschland, Frankreich und die Niederlande fordern strengere EU-Regeln gegen Ultra Fast Fashion. Anbieter besonders kurzlebiger Billigtextilien sollen stärker an Umwelt- und Entsorgungskosten beteiligt werden.

Deutschland, Frankreich und die Niederlande wollen auf EU-Ebene schärfer gegen Ultra Fast Fashion vorgehen. Beim EU-Umweltrat in Luxemburg forderten die drei Mitgliedstaaten ein koordiniertes europäisches Vorgehen gegen besonders kurzlebige, minderwertige Textilien. Unterstützt wurde der Vorstoß unter anderem von Slowenien und Dänemark.

Im Mittelpunkt stehen Textilien aus dem außereuropäischen Ausland, die nur kurz getragen werden und anschließend Sammel- und Verwertungssysteme belasten. Nach Auffassung der beteiligten Staaten sollen bestehende und geplante EU-Regeln wirksamer auf solche Geschäftsmodelle ausgerichtet werden. Dazu gehören Anforderungen an Haltbarkeit, Recyclingfähigkeit und Rezyklatanteile.

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Kosten sollen stärker beim Verursacher liegen

Ein weiterer Hebel ist die erweiterte Herstellerverantwortung. Wer große Mengen kurzlebiger Kleidung auf den EU-Markt bringt, soll sich angemessen an den Kosten für Sammlung, Sortierung, Wiederverwendung und Entsorgung beteiligen. Zugleich setzen sich die Staaten für eine bessere Durchsetzung gegenüber Online-Plattformen und Direktverkäufen aus Drittstaaten ein.

Die Debatte verschärft sich in einer Phase, in der Billigplattformen aus Asien den europäischen Modehandel unter Druck setzen. Ultra Fast Fashion konkurriert über niedrige Preise, schnelle Sortimentswechsel und Direktversand. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Produktverantwortung.

Die EU hat bereits erste Maßnahmen beschlossen. Ab dem 1. Juli 2026 sollen für Pakete aus dem außereuropäischen Ausland Zollgebühren eingeführt werden; die bisherige Freigrenze von 150 Euro entfällt. Zudem dürfen große Unternehmen ab dem 19. Juli 2026 bestimmte unverkaufte Verbraucherprodukte nicht mehr vernichten. Der neue Vorstoß zielt darauf, diese Regeln gezielter auf kurzlebige Textilien und Onlinehandel aus Drittstaaten auszurichten.

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