Die Studie „Unified Commerce Benchmark 2026“ von Incisiv zeigt eine wachsende Kluft im Handel. Nur rund sieben Prozent der untersuchten Händler erreichen ein hohes Niveau bei der Verzahnung von Online- und Filialgeschäft, während der Großteil deutlich zurückliegt.

Das durchschnittliche Niveau steigt zwar leicht, doch die führenden Anbieter entwickeln sich schneller weiter als der Rest. Im Schnitt liegt der Reifegrad bei der Integration von Vertriebskanälen, Logistik und Service bei 52 Prozent.
Ein zentraler Treiber ist der veränderte Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Systeme unterstützen nicht mehr nur, sondern greifen aktiv in Abläufe ein. Sie prognostizieren Nachfrage, steuern Bestellungen und reagieren frühzeitig auf Störungen. Gleichzeitig bleibt die Umsetzung begrenzt: Weniger als fünf Prozent der Händler bieten bislang eine dynamische Personalisierung in Echtzeit.
Auch auf Kundenseite steigen die Anforderungen. Mehr als zwei Drittel der Käufer nutzen mehrere Kanäle vor dem Kaufabschluss, wodurch Schwächen im Zusammenspiel schneller sichtbar werden. Parallel dazu wächst der wirtschaftliche Druck. Logistik- und Fulfillmentkosten sind in den vergangenen drei Jahren um mehr als 20 Prozent gestiegen.
Hinzu kommt, dass frühere Wettbewerbsvorteile zur Grundvoraussetzung werden. Rund 38 Prozent der Fähigkeiten, die noch vor wenigen Jahren differenzierten, gelten heute als Standard. Neue Unterschiede entstehen vor allem durch Echtzeit-Personalisierung, eine präzisere Steuerung von Abläufen und flexible Fulfillment-Modelle.
Die Entwicklung verschiebt den Wettbewerb spürbar. Einzelne Optimierungen reichen nicht mehr aus. Entscheidend ist, wie konsequent Händler ihre Systeme und Prozesse miteinander verbinden. Unternehmen, die diesen Schritt nicht gehen, verlieren weiter an Anschluss.













