Die Drogeriekette Rossmann bereitet den Einstieg in den Apothekenversand vor und folgt damit dem direkten Wettbewerber dm. Das Unternehmen aus Burgwedel bestätigt entsprechende Planungen und sieht in digitalen Arzneimittelangeboten einen wachsenden Zukunftsmarkt.

Rossmann arbeitet nach eigenen Angaben an einer eigenen Online-Apotheke, die operativ aus den Niederlanden gesteuert werden soll. Die bestehende Rossmann-App soll dabei als zentrale Plattform dienen. Zu Zeitplan, Sortiment und organisatorischer Einbindung machte das Unternehmen bislang keine weiteren Angaben.
Der Schritt erfolgt kurz nach dem Markteintritt von dm, das im Dezember 2025 eine eigene Online-Apotheke gestartet hatte. Das Angebot umfasst dort rezeptfreie Arzneimittel sowie apothekenexklusive Produkte wie Nahrungsergänzungsmittel, Medizinprodukte und spezielle Kosmetik. Mit dem Einstieg der beiden größten deutschen Drogerieketten erhält der Markt für digitale Apotheken zusätzliche Dynamik.
Nach Einschätzung von Branchenexperten erhöht dm mit dem eigenen Angebot den Wettbewerbsdruck deutlich. Rossmann kann sich diesem Trend kaum entziehen, wenn das Unternehmen im digitalen Gesundheitsmarkt eine relevante Rolle spielen will. Perspektivisch wird damit gerechnet, dass auch Lebensmitteleinzelhändler eigene Apothekenangebote prüfen, da sich Gesundheitsservices zunehmend mit klassischen Handelsmodellen verbinden.
Der strukturelle Rückenwind kommt aus dem veränderten Kaufverhalten der Verbraucher. Medikamente werden in Deutschland immer häufiger online bestellt. Versandapotheken wie Redcare Pharmacy, früher Shop Apotheke, und DocMorris berichten seit Jahren von steigender Nachfrage. Nach Angaben des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel (Bevh) legte der Onlineumsatz mit Medikamenten 2025 um rund sechs Prozent zu und gehörte damit zu den wachstumsstärkeren Warengruppen im E-Commerce.















