Klarna präsentiert offenen Standard für KI-Commerce

Klarna hat einen neuen offenen Standard vorgestellt, der Produktdaten für KI-Systeme strukturieren soll. Mit dem sogenannten Agentic Product Protocol reagiert das Unternehmen auf den wachsenden Einsatz von KI-Agenten als Schnittstelle im Onlinehandel.

Das Agentic Product Protocol zielt darauf ab, Produkte im Internet für KI-Anwendungen leichter auffindbar und vergleichbar zu machen. Kern des Ansatzes ist ein standardisiertes, strukturiertes Datenformat, über das KI-Systeme auf aktuelle Produktinformationen zugreifen können. Nach Angaben von Klarna umfasst der bereitgestellte Datenbestand mehr als 100 Millionen Produkte und rund 400 Millionen Preise aus zwölf Märkten, inklusive Angaben zu Verfügbarkeit und Preisänderungen in Echtzeit.

Hintergrund der Initiative ist die zunehmende Rolle von KI-Assistenten bei der Produktsuche, beim Preisvergleich und bei Kaufempfehlungen. Damit solche Systeme zuverlässig arbeiten können, benötigen sie konsistente und aktuelle Produktdaten. Das neue Protokoll soll hierfür eine einheitliche technische Grundlage schaffen, über die Händler, Plattformen und KI-Anbieter Informationen austauschen können.

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Klarna stellt dafür eine gehostete Programmierschnittstelle bereit, über die bestehende Produktfeeds angebunden werden können. Unterstützt werden gängige Formate wie Google-Merchant-Feeds, Shopify- oder Facebook-Kataloge sowie CSV- und JSON-Dateien. Ziel ist es, den technischen Aufwand für Händler gering zu halten und Mehrfachanbindungen zu vermeiden. Einmal integriert, sollen Produktdaten für alle KI-Agenten verfügbar sein, die den Standard unterstützen.

Bemerkenswert ist, dass Klarna den Ansatz ausdrücklich als offen bezeichnet. Das Protokoll ist nicht an eine einzelne Plattform gebunden, sondern soll als gemeinsame Sprache für den agentenbasierten Handel dienen. Produkte können dadurch in KI-gestützten Dialogen auftauchen, ohne dass zusätzliche Werbeformate, Platzierungsgebühren oder separate Listungen erforderlich sind. Für den Markt könnte dies langfristig Auswirkungen auf die Sichtbarkeit von Sortimenten und auf klassische Such- und Werbemodelle haben.

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