Amazon senkt Händlergebühren 2026

Amazon kündigt für 2026 eine spürbare Senkung zentraler Verkaufsgebühren in Europa an. Der Konzern will damit die Kostenstruktur für Verkäufe über seinen Marktplatz anpassen und Teile der operativen Effizienzgewinne weitergeben.

(Bild: Amazon)

Nach Angaben von Amazon sollen die Gebühren im europäischen Geschäft im Durchschnitt um 0,15 Pfund beziehungsweise 0,17 Euro pro verkaufter Einheit sinken. Die Anpassungen betreffen sowohl die Versandgebühren im Programm Fulfilment by Amazon (FBA) als auch die Vermittlungsgebühren in mehreren umsatzstarken Kategorien. Die Änderungen treten gestaffelt ab dem 15. Dezember 2025 und dem 1. Februar 2026 in Kraft.

Kern der Maßnahmen sind weitere Senkungen der FBA-Versandgebühren für Pakete in wichtigen Märkten wie Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich. Dort sollen die Gebühren im Schnitt um 0,26 Pfund beziehungsweise 0,32 Euro pro Einheit reduziert werden. Gleichzeitig weitet Amazon die vergünstigten Low-Price-FBA-Tarife aus. Künftig sollen Produkte mit einem Verkaufspreis von bis zu 20 Pfund beziehungsweise 20 Euro in den meisten Kategorien von niedrigeren Gebühren profitieren, was laut Amazon eine durchschnittliche Entlastung von 0,40 Pfund beziehungsweise 0,45 Euro pro Einheit bedeutet.

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Auch bei den Vermittlungsgebühren plant Amazon deutliche Anpassungen. In der Kategorie Bekleidung und Accessoires sinken die Sätze für günstigere Preissegmente, ebenso bei neuen oder erweiterten Kategorien wie Home Products, Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel sowie Tierbekleidung und Tiernahrung. Ziel ist es, insbesondere stark nachgefragte und preissensitive Sortimente zu entlasten und die Gebühren stärker an die tatsächlichen Kosten anzupassen.

Entlastung mit Gegenbewegung

Parallel zu den Senkungen nimmt Amazon gezielte Erhöhungen in anderen Bereichen vor. Betroffen sind unter anderem monatliche Lagergebühren, Gebühren für Rücksendungen an Händler sowie für Liquidationsservices. Zudem werden in kleineren europäischen Marktplätzen wie den Niederlanden, Schweden, Belgien, Irland und Polen einzelne FBA-Gebühren angepasst. Insgesamt rechnet Amazon hier mit einem durchschnittlichen Anstieg von rund 0,02 Pfund beziehungsweise 0,02 Euro pro über FBA verkaufter Einheit.

Der Konzern begründet die Maßnahmen mit fortlaufenden Investitionen in Logistik, Automatisierung und Prozessoptimierung. Durch sinkende Kosten im Fulfilment-Netzwerk sollen Spielräume entstehen, um Gebühren zu senken, gleichzeitig aber auch Kapazitäten für schnell drehende Sortimente und effiziente Lagerhaltung zu sichern. Die Angleichung der europäischen Gebühren an Strukturen in anderen Regionen, darunter die USA, ist ebenfalls Teil dieser Strategie.

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