EPI startet Wero-Zahlungen im deutschen E-Commerce

Die European Payments Initiative (EPI) führt ihre neue Bezahlmethode Wero erstmals im deutschen Onlinehandel ein. Damit weitet der Verbund europäischer Banken und Zahlungsdienstleister sein Projekt für ein gemeinsames Zahlungssystem auf eine zentralen Nutzungsbereich aus.

Bislang war Wero vor allem für Instant-Überweisungen zwischen Privatpersonen bekannt. Nach Angaben von EPI können die mehr als 46 Millionen registrierten Nutzer nun erstmals Onlinezahlungen bei Händlern in Deutschland durchführen. Die Sparkassen sowie die Volks- und Raiffeisenbanken unterstützen die neue Funktion von Beginn an, weitere Banken sollen in den kommenden Monaten folgen. Postbank und Deutsche Bank starten zuerst, später schließen sich ING Deutschland und Revolut an. Weitere Institute werden laut EPI zu einem späteren Zeitpunkt angekündigt.

Zu den Unternehmen, die Wero früh integrieren wollen, gehören unter anderem Eventim, Decathlon, Lidl, Rossmann, CEWE, Cineplex, Zooplus, Hornbach, Air Europa und Veepee. BAUR plant zudem, Wero für die Begleichung offener Rechnungen einzusetzen. Die Lösung soll Transaktionen direkt in der App ermöglichen und den Checkout vereinfachen. Auf Händlerseite unterstützen derzeit Buckaroo, Deutsche Bank, Nexi, Nuvei, Payabl, PAYONE, Pay.NL, PPRO, Unzer, Société Générale, Stripe, VR Payment und Worldline die technische Abwicklung.

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EPI sieht Wero als europäische Alternative zu internationalen Zahlungssystemen. Das Projekt wird von 16 Banken und Zahlungsdienstleistern getragen und zählt inzwischen mehr als 1.100 Mitglieder, davon Banken auf der Kundenseite sowie Acquirer und Plattformen auf Händlerseite. Für 2026 kündigt EPI die Einführung der E-Commerce-Funktion in weiteren Ländern an: Belgien, Frankreich, Luxemburg und die Niederlande. In den Niederlanden beginnt zudem die Migration der bisherigen Online-Bezahllösung iDEAL zu Wero.

Hintergrund der Initiative ist das Ziel, den europäischen Zahlungsverkehr unabhängiger von globalen Anbietern zu machen. Branchenweit wächst der Druck, gemeinsame Standards zu etablieren und Schnittstellen zu harmonisieren, um digitale Zahlungen vereinheitlicht abzuwickeln. Die Integration von Wero in den Onlinehandel gilt als wichtiger Schritt, da der Großteil der Transaktionen im E-Commerce weiterhin über internationale Kartensysteme oder spezialisierte Wallets erfolgt. Parallel steigt das Interesse von Banken, ihren Kunden datenschutzfreundliche und lokal betriebene Alternativen anzubieten.

Mehrere Vertreter beteiligter Institutionen betonen den Stellenwert des neuen Angebots im europäischen Payment-Markt. Die Sparkassen und die Genossenschaftsbanken verweisen auf ihre Rolle bei der technischen Umsetzung, während ING eine wachsende Nachfrage nach lokal betriebenen digitalen Bezahloptionen sieht. Deutsche Bank unterstreicht die Bedeutung der Händleranbindung über Acquirer, um Wero im europäischen Onlinehandel zu etablieren.

Mit dem Start im deutschen E-Commerce erreicht das Projekt eine Phase, in der praktische Nutzung und Akzeptanz erstmals messbar werden. Entscheidend für den weiteren Erfolg wird sein, wie schnell zusätzliche Banken und Händler angeschlossen werden und ob Wero die notwendige Reichweite bekommt, um im europäischen Zahlungsverkehr dauerhaft Fuß zu fassen.

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