Die SCHUFA registriert in ihrer aktuellen Verbraucherumfrage eine spürbare Verschärfung finanzieller Engpässe. Immer mehr Menschen geraten in Zahlungsschwierigkeiten, während zugleich Zukunftssorgen und Kreditbedarf steigen.

Die neuen Daten zeigen, dass ein relevanter Teil der Haushalte seine laufenden Verpflichtungen nur noch eingeschränkt bedienen kann. Besonders auffällig ist, dass so viele Menschen wie nie seit Beginn der Erhebungen 2020 zeitweise Miet- oder Ratenzahlungen aussetzen mussten. Die SCHUFA verweist darauf, dass dieser Trend sowohl durch direkte Befragungen als auch durch gemeldete Zahlungsstörungen bestätigt wird. Der Anteil der Personen, zu denen erstmals Zahlungsstörungen eingetragen wurden, liegt im Jahresmittel der ersten drei Quartale um 13 Prozent über dem Vorjahr.
Parallel gewinnen kurzfristige Kreditformen an Bedeutung. Ein Drittel der Verbraucher hat in den vergangenen sechs Monaten Buy-Now-Pay-Later-Angebote genutzt. Viele schätzen die flexible Abwicklung, doch zugleich sehen 63 Prozent das Risiko, den Überblick über Ausgaben zu verlieren. Die tatsächlichen Erfahrungen der Nutzer stützen diese Einschätzung: 44 Prozent berichten von versäumten Zahlungsfristen und damit verbundenen Mahngebühren, doppelt so viele wie noch im Herbst 2024. Jeder zweite Nutzer konnte mindestens einmal trotz Erinnerung eine offene BNPL-Rechnung nicht begleichen. Aus Sicht der SCHUFA zeigt dies, dass neue Kreditformen klare Regeln benötigen, wie sie etwa die aktualisierte Verbraucherkreditrichtlinie vorsieht.
Die wirtschaftliche Unsicherheit bleibt hoch. Rund zwei Drittel der Bevölkerung blicken sorgenvoll in die Zukunft. Besonders die anhaltend hohen Preise für Energie und Lebensmittel wirken sich auf das Sicherheitsgefühl aus. Mehr als ein Viertel der Befragten geht davon aus, einen Kredit aufnehmen zu müssen, wenn die Preise weiter steigen, und nur eine Minderheit verfügt über ausreichende Rücklagen. Laut Umfrage haben 18 Prozent diese Reserven bereits vollständig aufgebraucht, weitere 23 Prozent besitzen gar keine Rücklagen. In Haushalten mit niedrigerem Einkommen tritt diese Problematik besonders häufig auf.
Auch das Verhalten im Alltag verschiebt sich: Ein Drittel hat Rechnungen hinausgezögert, jeder Vierte das Konto überzogen. Besonders ausgeprägt ist die Belastung bei jungen Erwachsenen. In der Gruppe der 18- bis 25-Jährigen berichtet jeder Vierte, Miet- oder Ratenzahlungen ausgesetzt zu haben, und mehr als ein Drittel hat das Konto überzogen. Diese Werte liegen deutlich über dem Durchschnitt und zeigen, dass finanzielle Engpässe bereits früh im Lebensverlauf auftreten.
Wirtschaftliche Analysen ordnen diese Entwicklung in eine allgemein angespannte Lage ein. Trotz rückläufiger Inflationsrate bleiben viele Preise auf hohem Niveau, während zugleich gestiegene Kreditkosten die Haushalte belasten. Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass BNPL-Angebote in dieser Situation verstärkt genutzt werden, was die Gefahr erhöht, mehrere Verbindlichkeiten parallel zu übersehen.















