Der Zahlungsanbieter SumUp zeichnet in seinem aktuellen Geschäftsklima-Report ein differenziertes Bild der wirtschaftlichen Lage kleiner Handelsunternehmen in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen stationären Geschäftsmodellen und dem Online-Handel, sowohl bei Kostenstrukturen als auch bei Nachfrageproblemen.

Im stationären Handel stehen laut SumUp vor allem die Betriebskosten im Fokus. Rund 44 Prozent der Unternehmen nennen steigende Nebenkosten als zentrale Belastung. Online-Unternehmen sehen dieses Thema deutlich seltener als Hauptproblem, nur etwa 22 Prozent berichten davon. Dafür trifft der Wettbewerbsdruck den digitalen Handel stärker: Rund 23 Prozent der Online-Unternehmen nennen Konkurrenz als größte Herausforderung, im stationären Handel liegt dieser Wert bei 13 Prozent. Auch Veränderungen im Kundenverhalten werden im E-Commerce häufiger als Problem genannt. Während 17 Prozent der Online-Händler dies angeben, sind es im stationären Bereich 9 Prozent.
Diese Entwicklung spiegelt sich direkt im Kaufverhalten. Im stationären Geschäft berichten rund 35 Prozent der Händler von stärkerer Rabattorientierung. Online fällt dieser Wert mit 27 Prozent niedriger aus. Gleichzeitig beobachten Webshops häufiger Kaufzurückhaltung. Rund 34 Prozent sehen verschobene Kaufentscheidungen, im stationären Handel betrifft das etwa 26 Prozent. Ein genereller Rückgang der Kauffreude wird online von rund 24 Prozent gemeldet, stationär von 17 Prozent.
Die Zukunftserwartungen unterscheiden sich deutlich. Im stationären Handel rechnen nur 23 Prozent mit steigenden Gewinnen. Rund 40 Prozent prognostizieren stagnierende Ergebnisse. Im Online-Handel rechnen etwa 38 Prozent mit Wachstum, während rund 26 Prozent von stagnierenden Gewinnen ausgehen. Diese Entwicklung passt zu aktuellen makroökonomischen Trends. Die deutsche Wirtschaft wächst weiterhin nur schwach. Prognosen gehen für 2026 von etwa ein bis 1,2 Prozent Wirtschaftswachstum aus. Gleichzeitig bleibt die Konsumzurückhaltung ein prägender Faktor für viele Handelssegmente. Auch strukturelle Veränderungen spielen eine Rolle. Konsumklima-Indikatoren liegen weiterhin unter dem langfristigen Durchschnitt. Gleichzeitig steigt die Bedeutung von Preisvergleichen, Bewertungen und Transparenz im Online-Handel weiter an.
Zusätzlich bleiben Personalfragen ein wichtiger Faktor. Stationäre Händler berichten häufiger, dass sie Mitarbeiter über höhere Löhne oder Boni halten konnten. Viele Online-Unternehmen geben dagegen an, noch keine stabilen Strategien zur Mitarbeiterbindung etabliert zu haben. Insgesamt zeigt sich ein Handelsumfeld, das stark von strukturellen Unterschieden zwischen Geschäftsmodellen geprägt ist. Kostenentwicklung, Wettbewerb, Konsumverhalten und Personalstrategien wirken je nach Vertriebskanal unterschiedlich. Anpassungsfähigkeit bleibt damit ein zentraler Faktor für wirtschaftliche Stabilität im Handel.















