Riverty und Adyen haben untersucht, wie deutsche Verbraucher zu vollständig KI-gesteuerten Einkäufen stehen. Die Ergebnisse zeigen Offenheit für neue Einkaufsformen, aber klare Erwartungen an Kontrolle, Transparenz und begrenzte Autonomie.

Künstliche Intelligenz übernimmt im Handel zunehmend Aufgaben, die bisher manuell erledigt wurden. KI-Agenten können Produkte suchen, vergleichen, auswählen und Zahlungen auslösen. Für den Handel entsteht damit ein neuer Vertriebskanal, während Verbraucher Alltagskäufe delegieren könnten. Die repräsentative Umfrage von Riverty und Adyen macht jedoch deutlich, dass diese Entwicklung aus Sicht der Verbraucher nur unter klaren Bedingungen akzeptiert wird.
Zentral ist der finanzielle Rahmen. Rund die Hälfte der Befragten würde einer KI ein monatliches Ausgabenlimit von bis zu 50 Euro einräumen. Weitere 24 Prozent halten bis zu 100 Euro für akzeptabel, 15 Prozent bis zu 250 Euro. Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Altersgruppen: Ältere Befragte bevorzugen niedrige Limits, während jüngere höhere Beträge eher akzeptieren. Insgesamt bleibt die Bereitschaft begrenzt, Kaufentscheidungen vollständig an KI-Systeme abzugeben.
Kontrolle wichtiger als Automatisierung
Der Wunsch nach Eingriffsmöglichkeiten zieht sich durch alle Altersgruppen. 93 Prozent der Befragten möchten KI-gestützte Einkaufsentscheidungen jederzeit einsehen oder stoppen können. Fast die Hälfte wünscht, dass ein Mensch jede Kaufentscheidung bestätigt. Besonders bei teuren oder sensiblen Anschaffungen gilt eine menschliche Freigabe für viele als Voraussetzung. Frauen sprechen sich häufiger für eine solche Absicherung aus als Männer.
Auch die Akzeptanz variiert nach Produktkategorie. Am höchsten ist sie bei Unterhaltungsartikeln, gefolgt von Elektronik und Lebensmitteln. Zurückhaltender reagieren Verbraucher bei Kinderspielzeug sowie bei Schönheits- und Gesundheitsprodukten. Das deutet darauf hin, dass KI-gestützte Einkaufsprozesse je nach Sortiment unterschiedlich gestaltet werden müssen.
Emotionen prägen die Haltung zum KI-Shopping. Skepsis und das Gefühl von Kontrollverlust überwiegen, werden jedoch von Neugier begleitet. Jüngere Altersgruppen zeigen dabei ein höheres Interesse an der Technologie. Gleichzeitig geben viele Befragte an, dass transparente Informationen zur Datennutzung und zu Entscheidungslogiken ihr Vertrauen stärken würden. Bekannte Marken genießen dabei einen deutlichen Vertrauensvorsprung gegenüber weniger etablierten Anbietern.
Beim Bezahlen bevorzugen Verbraucher Methoden, die Kontrolle und Absicherung vermitteln. Der Kauf auf Rechnung gilt für mehr als die Hälfte der Befragten als vertrauenswürdigste Option. Kreditkarte und Lastschrift folgen mit deutlichem Abstand. Insgesamt geben 70 Prozent an, dass Rechnungskauf oder Buy Now, Pay Later ihr Vertrauen in automatisierte Käufe erhöhen würden.
Die Ergebnisse zeigen, dass Verbraucher KI-gestütztes Einkaufen nicht grundsätzlich ablehnen. Entscheidend sind nachvollziehbare Prozesse, klare Eingriffsmöglichkeiten und vertraute Rahmenbedingungen.















