Second Hand-Käufe im Internet gewinnen weiter an Bedeutung. Laut einer von Amazon beauftragten Untersuchung des Centre for Economics and Business Research (CEBR) sparten Verbraucher in Deutschland 2024 rund 11,1 Milliarden Euro durch gebrauchte Produkte. Gleichzeitig vermieden sie den Neukauf von mehr als 300 Millionen Artikeln.

Gefragt ist längst nicht nur Kleidung. Haushaltsgeräte wie Kaffeemaschinen oder Heißluftfritteusen (39 Prozent) sowie Smartphones und Tablets (35 Prozent) zählen zu den beliebtesten Produktkategorien. Insgesamt wurden 6,5 Milliarden Euro für gebrauchte Waren ausgegeben – ein Wert, der laut Prognose 2025 auf 7 Milliarden steigen dürfte.
Bei Amazon selbst machten Second Hand-Angebote 2024 europaweit über zwei Milliarden Euro Umsatz aus. Das entspricht einem Anstieg von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Neben generalüberholter Ware („Amazon Renewed“) bietet der Konzern auch Retourenware mit Preisnachlässen an („Retourenkauf“).
Ein wachsender Teil der Bevölkerung denkt laut Studie darüber nach, künftig häufiger Second Hand zu kaufen. Fast 60 Prozent wollen 2025 mehr gebrauchte Artikel im Netz erwerben. Auch unter bisherigen Nichtkäufern steigt das Interesse: 57 Prozent ziehen Gebrauchtkäufe nun in Betracht.
Nachhaltigkeit vor Schnäppchenjagd
Als Hauptmotivation gilt Nachhaltigkeit: 43 Prozent sehen im Gebrauchtkauf eine umweltbewusste Entscheidung. Weitere 41 Prozent schätzen die Abfallvermeidung. Finanzieller Druck spielt ebenfalls eine Rolle: 32 Prozent nennen die steigenden Lebenshaltungskosten als Anreiz.
Trotz des Trends bestehen weiterhin Hürden. Viele Käufer zögern wegen unsicherer Zustände (37 Prozent), fehlender Garantien (37 Prozent) oder mangelnden Vertrauens in unbekannte Händler (27 Prozent). Laut Amazon lassen sich diese Zweifel vor allem durch klare Zustandsbeschreibungen, gesetzliche Gewährleistung und verlässlichen Kundenservice abbauen.















