Befragung: Personalisierung stößt an Datenschutzgrenzen

Personalisierte Angebote gelten im Handel als wichtiger Treiber für Kundenbindung. Gleichzeitig wächst die Skepsis gegenüber der Nutzung persönlicher Daten. Eine internationale Studie des Mobility-Softwareanbieters SOTI zeigt, dass Händler bei datenbasierten Services zunehmend zwischen Komfort und Vertrauen abwägen müssen.

Der Bericht basiert auf einer Befragung von rund 13.000 Verbrauchern in elf Ländern, darunter Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Die Ergebnisse zeichnen ein differenziertes Bild der Erwartungen an den Handel. Einerseits wünschen sich viele Kunden stärker personalisierte Angebote. Andererseits bestehen erhebliche Bedenken beim Umgang mit persönlichen Daten.

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Personalisierte Einkaufserlebnisse gewinnen für viele Verbraucher an Bedeutung. Laut Studie entscheiden sich 58 Prozent der Befragten unter anderem nach dem Grad der Personalisierung, welchen Onlinehändler sie nutzen. Rund 65 Prozent finden es hilfreich, wenn Händler Produkte auf Basis früherer Käufe empfehlen. soti-industry-report-retail-tec…

Gleichzeitig zeigt sich ein deutliches Spannungsfeld. Mehr als die Hälfte der Verbraucher gibt an, nicht mehr bei einem Händler einkaufen zu wollen, wenn sie den Eindruck haben, dass künstliche Intelligenz ihre Einkäufe überwacht. Händler müssen deshalb transparenter erklären, wie sie Daten verwenden und welche Vorteile personalisierte Funktionen bieten.

Vertrauen bleibt entscheidend

Datensicherheit entwickelt sich damit zu einem zentralen Faktor für die Kundenbindung. Laut Studie haben bereits 41 Prozent der Verbraucher beim Einkauf Erfahrungen mit Betrug gemacht. Sicherheitsvorfälle können langfristige Folgen haben: Viele Kunden vermeiden danach betroffene Händler oder werden beim Einkauf deutlich vorsichtiger.

Die Mehrheit der Befragten äußert zudem generelle Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Datennutzung. Händler stehen damit vor der Aufgabe, personalisierte Services mit klaren Sicherheitsmaßnahmen zu verbinden und gleichzeitig transparent über die Nutzung von Kundendaten zu informieren.

Einkauf wird zunehmend kanalübergreifend

Neben Datenschutz und Personalisierung zeigt die Studie auch strukturelle Veränderungen im Einkaufsverhalten. Rund 90 Prozent der Verbraucher kaufen sowohl online als auch im stationären Geschäft ein. Für viele Kunden sind beide Kanäle Teil derselben Einkaufserfahrung.

Onlineangebote werden häufig wegen der Bequemlichkeit und der Möglichkeit zum Preisvergleich genutzt. Stationäre Geschäfte behalten jedoch eine wichtige Rolle, weil Kunden Produkte direkt ansehen oder ausprobieren können. Händler müssen deshalb digitale und physische Kanäle stärker miteinander verbinden.

Wirtschaftlicher Druck verändert Konsum

Parallel dazu verändert wirtschaftliche Unsicherheit das Einkaufsverhalten. Mehr als 80 Prozent der Befragten geben an, Maßnahmen zur Kostensenkung zu ergreifen. Dazu zählen etwa der verstärkte Preisvergleich im Internet, der Wechsel zu günstigeren Marken oder der Aufschub größerer Anschaffungen. Diese Entwicklung erhöht den Wettbewerbsdruck im Handel. Preis, Verfügbarkeit und flexible Lieferoptionen gewinnen für viele Verbraucher an Bedeutung.

Die Ergebnisse zeigen insgesamt, dass technologische Innovation allein nicht ausreicht, um Kunden langfristig zu binden. Entscheidend ist eine Kombination aus vernetzten Einkaufserlebnissen, transparentem Umgang mit Daten und verlässlichen Sicherheitsstandards. Händler, die diese Faktoren miteinander verbinden, können das Vertrauen der Verbraucher stärken und ihre Wettbewerbsposition ausbauen.

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