Amazon automatisiert Händler-Management mit KI

Amazon erweitert seine Händlerplattform Seller Central um neue KI-Funktionen. Die Systeme sollen Verkaufsdaten analysieren, Handlungsempfehlungen erstellen und künftig auch operative Aufgaben übernehmen.

(Bild: Amazon)

Der Konzern integriert dafür sogenannte agentische KI in die Händleroberfläche. Diese Technologie soll nicht nur Fragen beantworten, sondern Entscheidungen vorbereiten und Geschäftsprozesse unterstützen. Kern der Neuerungen ist eine neue Arbeitsoberfläche, die Amazon als „Canvas“ bezeichnet. Dort lassen sich Verkaufszahlen, Nachfrageentwicklungen oder Marketingkennzahlen in einer dynamischen Analyseoberfläche zusammenführen. Die KI erstellt daraus Visualisierungen, Auswertungen und konkrete Handlungsempfehlungen.

Das System greift auf Verkaufsdaten, Kundenverkehr, Nachfrageentwicklungen und Kampagnenkennzahlen zu. Dadurch entstehen in einer einzigen Ansicht Analysen zur Geschäftsentwicklung sowie Vorschläge für mögliche Maßnahmen.

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Ein wichtiges Einsatzfeld ist das Bestandsmanagement. Die KI bewertet Nachfrage, Lagerkosten und Verkaufsdynamik und zeigt verschiedene Handlungsoptionen. Dazu gehören etwa eine sofortige Nachbestellung, eine verzögerte Bestellung oder Preisnachlässe zur Reduzierung von Lagerbeständen. Gleichzeitig berechnet das System mögliche Auswirkungen auf Umsatz, Lagerkosten oder das Risiko von Lieferengpässen.

Operativer Einsatz geplant

Auch Marketingentscheidungen lassen sich über die neue Oberfläche analysieren. Die KI wertet Kampagnenkennzahlen aus und schlägt Strategien zur Verbesserung der Performance vor. Parameter wie Budget oder Zielgruppen können direkt angepasst werden. Die Prognosen aktualisieren sich anschließend in Echtzeit.

Langfristig soll die Technologie nicht nur Analysen liefern, sondern auch operative Aufgaben übernehmen. Dazu könnten Preisänderungen, das Starten von Werbekampagnen oder das Anlegen von Nachbestellungen gehören. Damit würde sich Seller Central zunehmend zu einer Plattform entwickeln, die operative Entscheidungen vorbereitet und teilweise automatisiert.

Amazon begründet den Schritt mit dem hohen Aufwand vieler Händler bei der Auswertung von Verkaufsdaten. Analysen, die bisher mehrere Stunden benötigen, sollen künftig in Sekunden verfügbar sein. Nach Unternehmensangaben akzeptieren Verkäufer bereits rund 90 Prozent der Empfehlungen des bestehenden KI-Assistenten.

Die neuen Funktionen stehen zunächst Verkäufern in den USA und Großbritannien zur Verfügung. Weitere Märkte sollen im Laufe des Jahres folgen.

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