3D-Modelle verändern Onlinehandel

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) sieht dreidimensionale Produktdarstellungen zunehmend als festen Bestandteil moderner digitaler Produktkommunikation. Ein aktuelles Whitepaper des Verbands zeigt, welche messbaren Effekte 3D-Technologien auf zentrale Kennzahlen im Onlinehandel haben.

Dreidimensionale Produktmodelle ermöglichen es, Produkte realitätsnah und interaktiv darzustellen. Das Whitepaper soll den Einstieg in das Thema erleichtern und erklärt sowohl technische Grundlagen als auch Produktionsprozesse für 3D-Modelle. Gleichzeitig zeigt es, wie Produktdaten entlang der Wertschöpfungskette digitalisiert und für den Onlinehandel nutzbar gemacht werden können.

Im praktischen Einsatz reicht das Spektrum von interaktiven Produktansichten über Konfiguratoren bis zu virtuellen Produktwelten. Ziel ist es, das Produktverständnis zu verbessern und Unsicherheiten im Kaufprozess zu reduzieren. Studien und Marktanalysen zeigen, dass 3D-Darstellungen die Conversion Rate deutlich erhöhen können. Gleichzeitig sinkt die Retourenquote, weil Käufer Produkte besser einschätzen können. Teilweise berichten Marktanalysen von Conversion-Steigerungen von bis zu 90 Prozent und Rückgang von Rücksendungen um rund ein Drittel.

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Zusätzlich steigt häufig die Verweildauer auf Produktseiten. Nutzer können Produkte drehen, Details vergrößern oder Varianten vergleichen. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit von Fehlkäufen. Gleichzeitig steigen Interaktionsraten und Abschlusswahrscheinlichkeit.

Standards entscheiden über Skalierung

Ein zentraler Punkt des Whitepapers ist die Standardisierung. Damit 3D-Produktvisualisierung skalierbar wird, braucht es interoperable Formate, standardisierte Produktionsprozesse und eine frühe Integration in bestehende Content- und Commerce-Systeme. Das Whitepaper versteht sich daher als Orientierung für Unternehmen und als Diskussionsgrundlage für zukünftige Branchenstandards.

Trotz wachsender Marktreife bestehen weiterhin Hürden. Dazu zählen Produktionskosten bei großen Sortimenten, Integration in bestehende Systemlandschaften und organisatorische Umstellungen. Gleichzeitig zeigen Praxisbeispiele bereits heute, dass sich Investitionen rechnen können, wenn 3D-Modelle systematisch entlang der Customer Journey eingesetzt werden.

Langfristig könnte 3D-Technologie die Grenze zwischen Onlinehandel und stationärem Einkauf weiter verwischen. Virtuelle Produktwelten, Augmented-Reality-Funktionen und digitale Konfiguratoren simulieren zunehmend das Erlebnis eines physischen Geschäfts. Gleichzeitig sinken Produktionskosten, da 3D-Modelle mehrfach genutzt und für verschiedene Kanäle angepasst werden können.

Insgesamt deutet vieles darauf hin, dass sich 3D-Produktdarstellungen von einer Speziallösung zu einer grundlegenden Infrastrukturtechnologie im digitalen Handel entwickeln. Besonders in Kombination mit automatisierter Content-Produktion und KI-gestützter Modellgenerierung dürfte sich die Nutzung weiter beschleunigen.

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