Das Handelsunternehmen Müller hat am Standort Ulm Jungingen ein neues AutoStore-System für die E-Commerce-Logistik in Betrieb genommen. Mit der Investition im zweistelligen Millionenbereich will das Unternehmen Durchlaufzeiten reduzieren und das weitere Wachstum des Onlinegeschäfts absichern.

Die Anlage ging im Januar 2026 in den Regelbetrieb. Ziel ist es, die Kommissionierung und Bereitstellung von Onlinebestellungen deutlich schneller und stabiler zu gestalten. Das installierte AutoStore-System ist auf die Sortierung und Sequenzierung bereits vorkommissionierter Ware ausgelegt. Auf rund 1.700 Quadratmetern arbeiten 120 Roboter mit etwa 30.000 Lagerbehältern. Bereits in der ersten Ausbaustufe erreicht die Anlage bis zu 4.000 Wannenpräsentationen pro Stunde. Perspektivisch soll die Leistung auf über 6.500 Präsentationen pro Stunde steigen. Das System wurde für einen durchgehenden 24/7-Betrieb konzipiert.
Technisch liegt der Fokus auf hoher Lagerdichte und kurzen Zugriffszeiten. Gleichzeitig soll die Software unnötige Umlagerungen vermeiden. Gerade bei breiten Sortimenten kann das entscheidend sein, weil Suchbewegungen im Lager reduziert werden. Für Händler mit wachsendem Onlinegeschäft wird die Geschwindigkeit der innerbetrieblichen Logistik zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor. Für Müller steht neben Geschwindigkeit auch Prozessstabilität im Fokus. Automatisierung kann die Planbarkeit verbessern und Personalengpässe abfedern. Gleichzeitig steigen jedoch Investitionskosten und technischer Wartungsaufwand. Viele Handelsunternehmen setzen deshalb auf modulare Systeme, die sich schrittweise erweitern lassen. Auch das Ulmer System ist laut Unternehmensangaben skalierbar ausgelegt.
Mit dem Projekt reagiert Müller auf den strukturellen Druck im Onlinehandel. Kürzere Lieferzeiten, höhere Sortimentsbreite und steigende Bestellvolumina erhöhen die Anforderungen an Logistikprozesse. Gleichzeitig zwingt der Kostendruck viele Händler dazu, Prozesse stärker zu standardisieren und zu automatisieren.















