Der Optimierungsspezialist uptain beobachtet im zweiten Halbjahr 2025 so viele abgebrochene Online-Käufe wie noch nie. Eine Auswertung von mehreren Millionen Sitzungen zeigt, dass Nutzer schneller entscheiden, häufiger abspringen und besonders mobil sowie am Wochenende den Kauf abbrechen.

Die Warenkorb-Abbruchrate ist im zweiten Halbjahr 2025 auf 72,32 Prozent gestiegen und erreicht damit einen Höchstwert der vergangenen Jahre. Ein Großteil der Nutzer legt Produkte zwar in den Warenkorb, schließt den Kauf jedoch nicht ab. Für den Onlinehandel bedeutet das erhebliche Umsatzeinbußen, da ein wachsender Teil des Traffics ohne Abschluss bleibt. Die Daten deuten darauf hin, dass steigender Wettbewerbsdruck und intensiveres Vergleichen die Loyalität gegenüber einzelnen Shops weiter verringern.
Auffällig ist zudem das gestiegene Tempo, mit dem Kaufentscheidungen getroffen werden. Die durchschnittliche Sitzungsdauer sank auf 4 Minuten und 7 Sekunden und liegt damit rund 50 Sekunden unter dem Wert von 2023. Nutzer bewegen sich zielgerichteter durch Shops und bewerten Angebote schneller. Für Händler erhöht das den Druck, Struktur, Ladezeiten und Checkout-Prozesse klar und vertrauenswürdig zu gestalten, da Unsicherheiten kaum noch toleriert werden.
Mobil und am Wochenende besonders kritisch
Ein zentraler Einflussfaktor bleibt das genutzte Endgerät. Die höchsten Abbruchraten verzeichnet die Analyse bei iPhone-Nutzern mit 73,08 Prozent, dicht gefolgt von Android-Geräten mit 71,87 Prozent. Tablet-Nutzer brechen ebenfalls häufig ab, während Desktop-Käufe etwas seltener scheitern. Insgesamt bestätigen die Zahlen, dass mobile Nutzung zwar dominiert, aber gleichzeitig die größten Risiken für Kaufabbrüche birgt.
Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle. Die Abbruchquote steigt im Wochenverlauf an und erreicht am Samstag mit 72,77 Prozent ihren Höchstwert. Zum Wochenbeginn fallen die Raten niedriger aus. Das legt nahe, dass Nutzer am Wochenende häufiger größere oder weniger dringende Anschaffungen prüfen und intensiver vergleichen, bevor sie eine Entscheidung treffen oder den Kauf vertagen.
Die Ergebnisse machen deutlich, dass Kaufabbrüche kein Randphänomen mehr sind, sondern ein strukturelles Problem im E-Commerce. Unterschiede nach Gerät und Wochentag zeigen, dass pauschale Maßnahmen kaum ausreichen. Wer Abbrüche reduzieren will, muss Nutzerverhalten differenziert betrachten und Checkout sowie Nutzerführung konsequent auf schnelle, mobile Nutzung ausrichten. Andernfalls wächst der Abstand zu Wettbewerbern, die ihre Prozesse stärker an das veränderte Entscheidungsverhalten anpassen.















