Deutsche Anbieter formen E-Commerce-Cloud

Stackit, empiriecom und adesso bündeln Infrastruktur, Plattform und Betrieb zu einer E-Commerce-Cloud aus Deutschland.
Das Modell soll Shopbetrieb und Datenhaltung vollständig unter deutschem und europäischem Recht ermöglichen und eine Alternative zu international betriebenen Cloud- und Commerce-Lösungen bieten.

Datensouveränität entwickelt sich im Onlinehandel zunehmend zu einem strategischen Thema. Regulatorische Vorgaben, rechtliche Unsicherheiten bei international aufgestellten Anbietern und geopolitische Risiken rücken die Frage in den Vordergrund, wo Daten verarbeitet werden und wer letztlich Zugriff darauf hat. Für viele Unternehmen geht es dabei weniger um einzelne Funktionen als um die langfristige Kontrolle über zentrale digitale Infrastrukturen.

Vor diesem Hintergrund setzen Stackit, empiriecom und adesso auf ein geschlossenes Modell, das technische Verantwortung und rechtliche Zuständigkeit klar bündelt. Infrastruktur, Plattformsoftware und Betrieb stammen von deutschen Anbietern und werden innerhalb eines klar definierten Rechtsraums betrieben.

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Betrieb vollständig unter deutschem Recht

Die Cloud-Infrastruktur stellt Stackit bereit, der Cloudanbieter der Schwarz Gruppe. Anwendungen und Daten werden nach Unternehmensangaben ausschließlich in Deutschland und Österreich betrieben. Ein sogenanntes Zero-Access-Prinzip soll sicherstellen, dass der Cloudanbieter selbst keinen Zugriff auf Kundendaten erhält. Die Hoheit über Daten und Prozesse verbleibt damit beim jeweiligen Betreiber der Plattform.

Darauf aufbauend liefert empiriecom, ein auf den Handel spezialisierter Softwareanbieter aus Deutschland, die Commerce-Plattform. Sie basiert auf einer modularen Architektur und ist darauf ausgelegt, unterschiedliche Geschäftsmodelle sowie Multi-Shop- und Omnichannel-Strukturen abzubilden. Die Plattform lässt sich schrittweise erweitern und soll auch komplexe Handelsumgebungen unterstützen.

Für Implementierung und Betrieb ist adesso verantwortlich, ein deutscher IT-Dienstleister mit Schwerpunkt auf komplexen Digital- und E-Commerce-Projekten. Das Unternehmen übernimmt die technische Umsetzung, den laufenden Betrieb sowie Wartung und Weiterentwicklung. Der Fokus liegt dabei auf stabilen Betriebsmodellen und klar definierten Zuständigkeiten über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

Der Ansatz, den die Partner als „German Digital Commerce Operation Model“ bezeichnen, unterscheidet sich vor allem durch die konsequente Zusammenführung aller Komponenten innerhalb eines klar abgegrenzten Rechtsraums. Während viele internationale Lösungen auf global verteilten Diensten und Infrastrukturen basieren, setzt dieses Modell auf eine vollständig in Deutschland entwickelte und betriebene Struktur. Für Handelsunternehmen kann das rechtliche Komplexität reduzieren, verschiebt den Vergleich mit internationalen Anbietern jedoch stärker auf Kosten, Skalierbarkeit und technologische Weiterentwicklung.

Ob sich die E-Commerce-Cloud im Wettbewerb behaupten kann, wird davon abhängen, wie gut sie in diesen Punkten mit internationalen Plattformen mithält. Unabhängig davon zeigt das Projekt, dass Datensouveränität im Onlinehandel zunehmend als strategischer Faktor verstanden wird.

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