Self-Checkout muss smarter werden

Maske, Desinfektionsmittel und Plexiglasscheiben – Corona hat seine Spuren beim täglichen Einkauf hinterlassen. Intelligente Self-Checkout-Systeme mit künstlicher Intelligenz können nicht nur die Ansteckungsgefahr senken, sondern auch Warteschlangen verhindern und autonome Stores verwirklichen, sagt Zeljko Loncaric, Marketing Engineer bei congatec.

Zeljko Loncaric ist Marketing Engineer bei congatec, einem führenden Anbieter von Embedded und Edge Computing Technologien.

Schlange stehen an der Kasse! Bereits vor Corona konnten Menschen diesem „Vergnügen“ nur wenig abgewinnen. Doch die Pandemie hat aus dem unerfreulichen Warten eine gesundheitsgefährdende Angelegenheit gemacht. Auch für das Personal, das mit der Annahme von Lieferungen, dem Einräumen von Regalen sowie Kundenfragen ohnehin genügend zu tun hat, ist Kassieren eine lästige Pflicht. Kein Wunder also, dass sich der Markt für Self-Checkout-Systeme laut Valutas Reports bis 2027 von aktuell 2 Milliarden auf 3,95 Milliarden US-Dollar nahezu verdoppeln soll.

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Der Einzelhandel setzt hierbei verstärkt auf Self-Checkout-Systeme, die dank Deep-Learning-Funktionen über künstliche Intelligenz (KI) verfügen. Damit erkennen sie eigenständig und unabhängig von der Perspektive, welche Produkte auf das Band gelegt werden. Solche Systeme lassen sich ebenfalls an Einkaufswagen installieren, wo sie zusätzlich Einkauftipps geben und auf Sonderangebote hinweisen können. Die Vision-basierten Scanner ersetzen so die mobilen Barcode-Scanner und gestalten das Einkaufserlebnis noch komfortabler. Am Ende wird einfach an der Self-Checkout-Kasse bezahlt, wobei die Ware im Einkaufswagen verbleiben darf. Besonders praktisch ist es dann, wenn Kunden flexibel bargeldlos alle neuen Paymentarten nutzen können – von der berührungslosen EC- und Kreditkarte bis hin zu Diensten wie Apple Pay, PayPal oder Giropay.

Self-Checkout-Systeme mit künstlicher Intelligenz können nicht nur die Ansteckungsgefahr senken, sondern auch Warteschlangen verhindern und autonome Stores verwirklichen. (Bild: congatec / Andreistanescu | Dreamstime.com)

Gegen Missbrauch schützen

Self-Scanning und Self-Checkout machen im Einzelhandel nicht nur Schluss mit Warteschlangen, sondern gestalten die Customer Journey auch zum positiven und nahtlosen Kauferlebnis. Allerdings muss die Retail-Branche ihrem Missbrauch vorbeugen. Hier verwendet der Handel verstärkt KI-basierte Lösungen zur Validierung, um beispielsweise über Gewichtssensoren und Kamerasysteme die gescannten Waren zu überprüfen. Smarte Check-out-Systeme verarbeiten u.a. Bild- und Wägezellendaten und werten diese aus. Die IT-Branche spricht von Embedded-Vision-Systemen, die in Echtzeit am Edge ermitteln können, ob ein getätigter Einkauf in Ordnung ist.

Einsatzfähiges Starterset

Für die Entwicklung solcher Retail-Anwendungen benötigen Kassensystemhersteller, die für ihre großen Retail-Kunden eine zuverlässige technologische Basis suchen, einen Lösungsbaukasten, bei dem Hardware, Software und Kamera aufeinander abgestimmt sind. Das Unternehmen congatec, ein führender Anbieter von Embedded und Edge Computing Technologie, hat dafür mit seinen Partnern NXP und Basler ein einsatzfähiges Starterset geschnürt. Auf Basis eines SMARC Computer-on-Module (COM) mit NXP i.MX 8M Plus-Prozessor ist das Kit in der Lage, dank integrierter NPU (Neural Processing Unit) automatisch per Videostream unterschiedliche Waren zu erkennen – ganz ohne Bar- oder QR-Code. Selbst unverpackte Früchte oder Gemüse lassen sich so eindeutig identifizieren und abrechnen.

Das KI-basierte Starterset von congatec, NXP und Basler eignet sich für Retail-Anwendungen, um intelligente Self-Checkout-Systeme, Videoüberwachungen und autonome Stores zu verwirklichen. (Bild: congatec)

Teil des Startersets ist neben COM und Carrier-Board auch eine MIPI-Kamera Basler dart BCON, die kaum größer als eine Streichholzschachtel ist und sich in jedem Einkaufswagen oder Kassensystem integrieren lässt. Zudem eignet sich der Baukasten auch für Videoüberwachungen und damit für die Ausstattung von autonomen Stores ohne Verkaufspersonal, die rund um die Uhr geöffnet sind – und in denen es Kunden an nichts mangelt, außer an Warteschlangen.

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