Bezahltrends im Handel 2020: Kontaktlos stark nachgefragt

Die Deutschen haben wenig verwunderlich ihr Bezahlverhalten im stationären Handel in diesem Jahr stark angepasst. Dabei vollzieht sich der Wandel über alle Altersgruppen hinweg, wie eine repräsentative Umfrage der GfK im Auftrag von Mastercard bestätigt. Bargeld nimmt in der Bedeutung ab, kontaktlos deutlich zu. Dabei schätzen die meisten Deutschen weiterhin die Vorteile, die der stationäre Handel bietet.

Die Mastercard-Untersuchung hat einen guten Referenzpunkt, da ihr Vorgänger erst im vergangenen Jahr Einblicke in das Bezahlverhalten der Deutschen gewährte. Demnach stieg die Zahl der Kontaktlos-Zahler um neun Prozentpunkte auf nunmehr 58 Prozent an. In dieser Gruppe wird es sogar zu Gewohnheit, da drei Viertel dieser Verbraucher mindestens einmal in der Woche kontaktlos shoppen. Fast jeder Fünfte nutzt die Bezahlvariante sogar jeden Tag. Sicherlich getrieben durch die Pandemie zahlten in den vergangenen sechs Monaten 76 Prozent öfter so als zuvor. 44 Prozent würden gern immer kontaktlos agieren, wenn dies möglich ist. Dabei bleibt die Karte das beliebteste Utensil (88 Prozent), Smartphones/Smartwatches liegen mit 12 Prozent auf Platz 2. Unter den 18- bis 29-Jährigen zücken bereits 22 Prozent Handys und intelligente Uhren.

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Kartenzahlung als Standard

Im Gegenzug geben 65 Prozent an, dass sie bei der Bezahlung in Geschäften weniger Bargeld verwenden als ein halbes Jahr zuvor. Knapp über ein Drittel möchten dieses veränderte Bezahlverhalten künftig beibehalten. Interessanterweise sind dabei sowohl die 18- bis 29-Jährigen (41 Prozent) als auch die über 70-Jährigen (46 Prozent) vorn mit dabei. Es verwundert also kaum, dass mittlerweile fast alle Kunden digitale Bezahllösungen in Geschäften erwarten – für neun von zehn Deutschen zählt dies zu den Standard-Serviceleistungen. Rund jeder Vierte ist schon einmal aus einem Laden gegangen, weil er seinen Einkauf nur bar begleichen konnte. Unter den 18- bis 29-Jährigen waren es sogar 42 Prozent. Auch Mindestlimits für die Kartenzahlung werden ungern gesehen. 27 Prozent der Deutschen haben deshalb schon einmal ein Geschäft verlassen.

Hygiene und Schnelligkeit wichtigste Kontaktlos-Treiber

Kontaktlos hat zwar noch nicht ganz diesen Stellenwert, dürfte aber künftig noch relevanter werden. Denn die Schnelligkeit (49 Prozent) und die höhere Hygiene (47 Prozent) überzeugen die Deutschen. Auch die Einfachheit der Bezahlung wird von 37 Prozent als Vorteil gesehen. „Mehr und mehr Kunden wollen inzwischen auch kleinere Beträge bargeld- und kontaktlos bezahlen“, sagt Peter Bakenecker, Division President für Deutschland und die Schweiz bei Mastercard. „Von daher sollten auch kleine Händler kontaktlose Kartenzahlungen ohne Mindestlimit anbieten. So ermöglichen sie ihren Kunden Spontaneinkäufe, erhöhen ihren Umsatz und haben zufriedenere Kunden.“

Stationärer Handel weiter gefragt

Die Deutschen sind großteils immer noch von den Vorzügen stationärer Filialen angetan. Insgesamt 76 Prozent kaufen dort vor allem ein, weil sie die Produkte gleich mitnehmen können (-1 Prozent). Etwas weniger sind derzeit Service und Beratung gefragt, statt 45 Prozent (2019) nennen dies nur noch 39 Prozent als wichtigen Vorteil. Der persönliche Kontakt bleibt dagegen für konstant 35 Prozent ein Motivator. Interessanterweise glauben mittlerweile sogar mehr Deutsche (34 Prozent), dass Einkäufe im Laden schneller erledigt sind als online. Slef-Check-Out-Lösungen kommen bei 29 Prozent an, 26 Prozent würden am liebsten Scan&Go nutzen.

Über die Umfrage

„Bezahltrends im Handel 2020“ ist eine repräsentative Umfrage, die von Mastercard beauftragt und von GfK im Zeitraum vom 30. Juli 2020 bis 03. August 2020 durchgeführt wurde.

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