Wie Online-Marktplätze mit der Krise umgehen

Für viele Händler dürften Onlineverkäufe derzeit zur wichtigsten Einnahmequelle werden, weshalb eigentlich auch der Verkauf über die verschiedenen Marktplätze boomen sollte. Doch logistische Engpässe machen es nicht immer ganz einfach, die Kundenwünsche zu befriedigen – weshalb zumindest einer der großen Marktplätze seinen Partnern das Leben erleichtert.

eBay ist sich der aktuellen Situation bewusst und hilft in kleinerem Rahmen. Da es derzeit nicht immer möglich sei, „Artikel in der angegebenen Bearbeitungszeit zu verschicken oder eine Bestellung überhaupt zu bearbeiten“, wird der Servicestatus von Unternehmen bis zum 20. Juni nicht herabgestuft. Eine Verbesserung des Status ist hingegen möglich. Als gewerblicher Verkäufer darf man zudem bald die Verkaufsgebühren 30 Tage aufschieben lassen.

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Besondere Unterstützung für stationäre Händler

Partnern, die auch im stationären Handel aktiv sind, kommt eBay mit einem speziellen Angebot entgegen: Sie zahlen bis Ende Juni keine Verkaufsprovision für neu eingestellte Artikel. Zudem erhalten sie eine auf das jeweilige Geschäft zugeschnittene Beratung.

Neuzugänge bei eBay profitieren sogar von einem jeweils sechs Monate kostenfreien Premium-Shop und eBay Concierge Premium-Kundenservice sowie drei Monaten ohne Verkaufsprovisionen.

Mehr dazu unter: https://cloud.forbusiness.ebay.com/de-soforthilfeprogramm.

Amazon schränkt selbst eigene Lieferungen ein

Derweil schränkt Amazon seine Services immer weiter ein – zumindest, wenn Händler normalerweise ihre Lieferungen über das Unternehmen verschicken. Um sicherzustellen, dass die Kunden Artikel des täglichen Bedarfs (darunter zählen auch medizinische Verbrauchsgüter, Bücher und Produkte fürs Home Office) dann erhalten, wenn sie sie benötigen, werden diese derzeit priorisiert behandelt. Waren von externen Händlern, die nicht in diese Kategorien fallen, werden in den USA und Europa aktuell nicht zur Auslieferung angenommen.

In Italien und Frankreich geht das Unternehmen laut Reuters noch einen ganzen Schritt weiter und wird erst einmal auch selbst keine Produkte anderer Warengruppen mehr ausliefern. Damit reagiere man auf den starken Anstieg an Bestellungen, der auf erhöhte Maßnahmen zum Schutz der Belegschaft vor einer Ansteckung mit Covid-19 trifft. Hier zeigt sich aber die große Chance für andere Händler: Die Produkte dürfen weiterhin über den Amazon Marketplace verkauft werden, wenn eigenständig für den Versand gesorgt wird.

Wenig Neues von Otto

Vom Otto Market ist auch in diesen Zeiten wenig zu hören. Kaum verwunderlich: Die dort gelisteten Verkäufer kann die Firma derzeit problemlos direkt über Konditionsanpassungen informieren. In der derzeitigen Situation wäre es sicher von Vorteil, wenn bald die angekündigte automatisierte Anbindung für neue Partner bereitstünde. Zumindest im Januar war diese noch für das Frühjahr geplant, wie shopanbieter.de nach Rückfrage zu einer Pressemitteilung erfuhr.

Ansonsten gibt es auf otto.de nur eher allgemeine Hinweise für die Kunden, dass man derzeit nur bis an die Wohnungstür liefert, die Altgeräteentsorgung extrem limitiert ist und alle Installations-, Aufbau-, Anschluss- und sonstigen Montageservices nicht mehr durchgeführt werden. Zudem wurde die Rückgabefrist für direkt von Otto vertriebene Produkte bis Ende Mai verlängert.