11.02.2015 - 11:31

„Was in Deutschland geht, geht auf der ganzen Welt“

Wichtig für die Gäste der LOCA Conference waren neben der Umsetzbarkeit von Marketing- und Service-Ideen auch Security und Privacy. Der Konsens der Veranstaltung: „If it works in Germany, it works everywhere.“
Das Keynote-Panel der LOCA. Von links: Carsten Szameitat, Chris Schlanger, Magnus Melander, Josh Rochlin, John Craig und Adam Butcher.

Eröffnet wurde die LOCA Conference am 5. Februar von Carsten Szameitat, dem Region Director der Location Based Marketing Association, dessen Keynote sich dem Thema "Recommended Web" widmete. Seine These: Das Smartphone rückt das Web an jeden beliebigen Ort. Somit wird der Kontext der Nutzung zum wichtigsten Punkt und das Wissen um die Location unerlässlich. In der sich anschließenden Panel-Runde bekamen die Besucher dann einen Vorgeschmack auf die Themen, die sie die nächsten zwei Tage erwarten sollten.

Den Anfang machte hier Chris Schlanger, Vice President Business Development des US-amerikanischen Unternehmens aisle411. Er fokussierte seinen Vortrag auf Location Technologien im Handel und stellte am Anfang seiner Ausführungen fest, dass jeder Einkauf ein anderes Erlebnis darstellt – und somit auch andere Erwartungen weckt. So unterscheidet sich der Lebensmitteleinkauf grundsätzlich von dem Kauf von Spielzeugen, zum Beispiel als Geburtstagsgeschenke. Dieser Unterschied müsse verstanden und richtig genutzt werden. Hierzu bieten Location Technologien die Möglichkeit, doch bei ihrem Einsatz lauert ein Fehler: viele Händler wollen mit der modernen Technologie beeindrucken – stattdessen sollten sie darauf aus sein, ihren Kunden zu helfen.

IBM und Media-Saturn: Nicht beeindrucken, sondern helfen

Einen ähnlichen Ansatz verfolgte auch Josh Rochlin, CEO des von IBM übernommenen US-Unternehmens Xtify. Er verwies auf den universellen Kontext, in dem sich User heutzutage bewegen und dass sie dabei an jedem Touchpoint von ihrem mobilen Gerät begleitet werden. Seine Forderung an Unternehmer allgemein, aber auch ganz explizit an Händler: es müsse über den Tellerrand des direkten one-to-one Kontakts hinausgeblickt werden, etwa, indem einem Kunden, der längere Zeit vor einem Produkt steht, kein Gutschein geschickt wird, sondern ein Angestellter, um ihn zu beraten. Auch Adam Butcher von Urban Airship sah dies so. Mit dem Dreiklang „Sense-Target-Trigger“ solle ein Dialog gestartet werden – nicht nur durch die Marke, sondern eben auch durch Fachkräfte vor Ort.

Auch Media-Saturn plant, diesen Weg zu gehen, und führt hierzu Tests in einem Markt in Österreich durch. Bei dem Pilotprojekt handelt es sich um eine geschlossene Testanlage in der sich der Kunde mit dem Smartphone zum gewünschten Produkt navigieren lassen und Datenblätter mit zusätzlichen Produktinfos abrufen kann. Dabei nutzt das Unternehmen die Beacon-Technologie, um den Besuch eines Kunden im Geschäft zu erfassen und sein Verhalten bei der Nutzung der angebotenen Informationen nachvollziehen zu können. Zudem soll die Frage geklärt werden, ob das gewünschte Produkt auch tatsächlich gekauft wurde. Kam es nicht zum Kaufabschluss, ist eine zusätzliche Incentivierung des betreffenden Artikels geplant. Media-Saturn will so seinen Kunden zusätzliche Informationen bieten sowie Daten über das Einkaufs- und Nutzungsverhalten der Konsumenten sammeln.

Großer Andrang auf LOCA und App Day

Die Keynote-Runde, die den ersten Tag eröffnete, war sowohl für Besucher der LOCA als für die Teilnehmer am parallel stattfindenden App Day zugänglich. Insgesamt konnten sich beide Veranstaltungen über 500 Gäste an den zwei Tagen freuen. Auch das Abendevent, auf dem die Sieger des Show your App Awards (weitere Infos hier) vorgestellt wurden, fand reges Interesse. Die nächste LOCA Conference wird am 2. und 3. Februar 2016 stattfinden, der nächste App Day gastiert am 15. September, dem Vortag der dmexco, in Köln.

Magnus Melander von der schwedischen WBIRD AB sprach zum Thema Internet of Things, oder wie er es nannte, die „Spitze der Hype-Kurve“. Denn in seinen Augen ist das viel besungene Internet der Dinge kein Trend der Zukunft. Die Verbindung von Dingen mit dem World Wide Web, was laut Melander nur eine weitere Ebene im Netz schaffe, ist längst im vollen Gange. Der große Schub für diese Entwicklung kam mit dem Smartphone, welches es bekanntlich schon seit einigen Jahren gibt.

Das Internet der Dinge bestehe für Melander aus drei Phasen, führte er aus. In Phase eins mussten Daten gesammelt werden. Das klappt so gut, dass im nächsten Schritt die sinnvolle Verarbeitung dieser Daten notwendig wird. Dabei gehe es stets darum, in dem großen Haufen an Informationen jene Juwelen zu finden, die tatsächlich auch nutzen. Im nächsten Schritt – und das sei der, der wirklich interessant werde – gehe es darum, diese Daten richtig zu verteilen und zu nutzen.

Das spezielle am deutschen Markt

John Craig von Telefónica sprach über seine Erfahrungen mit der Location Lösung von Telefónica in Deutschland, O2 More Local. Dabei stellte er klar, dass er keinen Sinn darin sehe, More Local als Loyalty Kanal zu betrachten, da der Redemption Loop nicht geschlossen sei und es somit keine direkte Nachprüfbarkeit für die Wirksamkeit des Kanals gebe. Stattdessen sei es besser, so Craig, von einem Medienkanal zu sprechen. Ziel sei es dann nicht, Kunden in die Läden zu bewegen, sondern Brand Awareness zu schaffen.

Den durch seine hohen Datenschutzrichtlinien speziellen deutschen Markt bezeichnete er als Benchmark für sein Unternehmen. Denn wer glaubt, in Lateinamerika oder Asien würde sich niemand für Datensicherheit und Privatsphäre interessieren, der irre sich. Eine Lösung aber, die den strengen Deutschen Auflagen entspricht, sei nicht nur im Rest der Welt anwendbar, sondern genieße dort auch größtes Vertrauen. Ein Punkt, der die ganze zweitägige Konferenz immer wieder erwähnt wurde – von Retailern, Datenschützern und App-Entwicklern.

Daneben wurden auf der LOCA Conference noch weitere Themen intensiv diskutiert. So erfuhren die Besucher neues über den Einsatz von Augmented Reality im Location Kontext sowie über Indoor Navigation und Gamification. Zudem waren Vertreter von Borussia Dortmund und dem VfB Stuttgart vor Ort, um den Einsatz von Location Technologien im Sportmarketing zu diskutieren.

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Ressort: Location Based Services , M-Development
Maximilian Feigl

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