08.12.2015 - 10:39

Übernahme von Nokia Here abgeschlossen

Die Audi AG, BMW Group und Daimler AG haben die Übernahme des digitalen Kartengeschäfts Here von Nokia erfolgreich abgeschlossen. Die drei Partner halten den Kartendienst nun zu jeweils gleichen Teilen.
Die Here HD-Karte erfasst Milliarden von 3D-Punkten, um damit ein virtuelles Modell der Fahrbahnoberfläche zu entwickeln. Bild: obs/Audi AG/HERE

Eigentlich sind Audi, BMW und Daimler Konkurrenten – die drei Premiumhersteller buhlen in Deutschland wie im Rest der Welt um dieselben Kunden. Doch der Kampf gegen das Silicon Valley hat sie nun in eine Allianz getrieben. Gemeinsam übernahmen sie also den Kartendienst von Nokia für insgesamt 2,8 Milliarden Euro. Dabei geht es um nichts weniger als die Zukunft der Automobilindustrie.

Denn während im Silicon Valley fleißig an Elektroautos und selbstfahrenden Modellen gebaut wird, zeigt sich die deutsche Autoindustrie eher traditionell. Mit Here soll sich dies nun ein Stück weit ändern. Die präzisen Karten des Dienstes sollen mit den Sensoren der Autos vernetzt werden was ein exaktes Echtzeitbild der Umgebung ergeben soll. So wird aus dem „normalen“ Auto ein „intelligentes“ Fahrzeug, das mit anderen „intelligenten“ Fahrzeugen Opens external link in new windowkommuniziert – etwa darüber, ob gebremst wird. So sollen folgende Fahrzeuge auf gefahren reagieren können noch bevor diese vom Fahrer bemerkt werden. Weniger Unfälle und wohl auch ein flüssigere Verkehr wären die Folge.

Vision autonomes Fahren

Am Ende der Entwicklung stünde dann das Autonome Fahren – eine Vision, die als die Zukunft der Mobilität gehandelt wird. Mit Hilfe von Algorithmen würden so zuerst einzelne Fahrzeuge keine aktive leitende Hand mehr benötigen, bis schließlich der gesamte Verkehr einer Stadt autonom funktionieren würde. Auch hier geht es darum die Zahl der Unfälle zu reduzieren und den immer stärker werdenden Verkehr in den Großstädten flüssig zu halten. Gleichzeitig hätten die Insassen zeit sich auf andere Dinge zu konzentrieren – etwa auf die Arbeit oder Shopping.

Weitere Kooperationen in Aussicht

Mit dem Kauf von Nokia haben sich Audi, BMW und Daimler aber nicht nur einen Anbieter hochpräziser Karten gesichert. Laut BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich gehe es auch darum, Standards zu schaffen. So soll das Projekt keine ein deutsche Initiative belieben: Informationen des Opens external link in new windowHandelsblatts zufolge sei man bereits in Gesprächen mit Ford und Toyota. Und auch mit chinesischen Kartendiensten sei man im Gespräch, da weder Here noch Google dort vertreten sind.

Ziel all dieser Kooperationen ist es, möglichst schnell möglichst viele Daten zu erhalten – denn je größer die Datenmenge ist, die für die Berechnungen in der Cloud zu Verfügung stehen, desto präziser werden Informationen und Voraussagen für sind einzelnen Fahrer. Ein Stau etwa lässt sich nun mal nicht vorhersagen, wenn man nur von jedem zehnten Auto auf der Straße weiß. Hierfür sind allerdings noch Investitionen in die Infrastruktur der Autobauer sowie in Here nötig, um die Datenmengen auch verarbeiten zu können. Dafür versprechen die Deutschen aber, dass die Daten von Ihnen nicht an Dritte weitergegeben werden.

Veränderungen bei Nokia

Auch für Nokia hat sich durch den Verkauf von Here einiges verändert. So teilte das Unternehmen mit: so verlässt Sean Fernback, President von Here, das Leadership Team der Nokia Group. Auf das Team kommen in naher Zukunft noch weitere Änderungen zu: im Zuge des Erwerbs von Alcatel-Lucent, welche voraussichtlich im ersten Quartal 2016 abgeschlossen sein wird, soll es neu aufgestellt werden. Gleichzeitig wird dann auch die Organisationsstruktur des gesamten Konzerns umgestellt werden, so Nokia.

Das gelesene Thema hat sie interessiert? Dann...

posten in:


Ressort: Location Based Services , Firmennews
Maximilian Feigl

,,

Mobile Lösungen im stationären Handel

Der stationäre Handel wird immer online-ähnlicher - dank mobilen Lösungen. Im Interview spricht INNOMOS-Geschäftsführer Dimitri Völk über die Entwicklung solcher Lösungen
Opens external link in new window...mehr