26.09.2017 - 11:35

Fingerabdruck und Stimmerkennung für Mobile Payment bevorzugt

Der Verzicht auf einen Fingerabdrucksensor im neuen iPhone X könnte sich als ein kleiner Rückschritt für Mobile Payment erweisen. Über 40 Prozent der iOS-Benutzer in den USA gehen nicht davon aus, dass sie stattdessen die Gesichtserkennung Face ID verwenden werden, um ihre Einkäufe zu bezahlen.

Nach einer Untersuchung von Juniper Research würden derzeit drei Viertel der Befragten den Fingerabdruckscan präferieren, um sich bei kontaktlosen Verfahren eindeutig zu identifizieren. Die zweite bevorzugte Methode wäre für 62 Prozent eine Stimmerkennung. Insgesamt ist die Zahl der Mobile Payment-Nutzer in den USA im vergangenen Jahr gerade einmal um zwei Prozent gestiegen. Dabei können sich lediglich 39 Prozent der Nichtnutzer derzeit vorstellen, die Technologie demnächst selbst zu verwenden.

 

Dafür gehen immerhin 73 Prozent der Smartphone-Besitzer, die eine der integrierten Bezahlmethoden (Apple Pay, Samsung Pay, Android Pay) verwenden, davon aus, dass sie diese künftig häufiger einsetzen. In Großbritannien bezahlen dagegen zwar 12 Prozent mehr Konsumenten kontaktlos, dafür liegt aber auch die Zahl der Totalverweigerer höher. Lediglich 26 Prozent glauben daran, dass sie künftig Mobile Payment verwenden. Der wichtigste Grund dagegen sind weiterhin Sicherheitsbedenken (32 Prozent), die die Nutzer der Services nur zu 14 Prozent teilen.

 

Kontaktlos bald weit verbreitet

Trotz des derzeit langsamen Wachstums bei Mobile Payment rechnet Juniper Research in einer anderen Studie damit, dass in fünf Jahren weltweit über die Hälfte aller Transaktionen am POS kontaktlos erfolgen. Diese Entwicklung wird demnach durch die steigende Unzufriedenheit unter den Kunden aufgrund der langsameren Geschwindigkeit bei Chipkarten-Transaktionen und eine wachsende kontaktlosen Infrastruktur, die in immer mehr Geschäften entsprechende Bezahloptionen ermöglicht, gefördert. Besonders in Märkten, in denen kontaktlose Zahlung stark im Mittelpunkt steht, sei die Akzeptanz mittlerweile stark angestiegen. Zudem helfe, dass bis 2020 alle Visa- und Mastercard-kompatiblen POS-Terminals darauf eingerichtet sein müssen. In den USA wird 2022 angeblich jeder dritte Einkauf kontaktlos bezahlt werden, für Deutschland sind 30 Prozent prognostiziert.

 

Erfolgsmodell Walmart?

Einer der in diesem Jahr erfolgreichsten mobilen Zahlungdienste dürfte Walmart Pay sein, das nur in den Filialen der Supermarktkette funktioniert. Bereits jeder fünfte Kunde verwendete den damals noch nicht einmal 12 Monate alten Service im Juni 2017 für seinen Einkauf – die Nutzung legte damit innerhalb von drei Monaten um ganze 31,7 Prozent zu. Walmart Pay wird dabei zudem von einer überwiegenden Mehrheit so oft verwendet, wie es möglich ist.

 

Der wichtigste Grund für den Erfolg ist nicht unbedingt der reine Bezahlvorgang, sondern die Vielzahl komplementierender Angebote im Umfeld. So werden beispielsweise Gutscheincodes und Rabatte vor dem Checkout eingebunden und verschiedene Finanzierungsoptionen offeriert, zudem lassen sich diverse Waren einfach zur Abholung in der Filiale ordern.

 

Fingerabdruck statt Zusatzgerät

In Großbritannien wird statt kontaktlosem derzeit kontaktbedürftiges Payment getestet: In einem Londoner Supermarkt nahe der Brunel University dürfen Käufer rein mit ihren Fingervenen bezahlen. Ihre biometrischen Daten werden dazu beim Bezahldienstleister Worldpay mit ihren Bankdaten verknüpft, so dass sie sich eindeutig zuordnen lassen. In der Türkei, Polen und Japan sollen solche Technologien bereits weitflächig im Einsatz sein.

 

Für die Londoner Umsetzung ist das Unternehmen Sthaler verantwortlich, das damit landesweit expandieren möchte. Nach Firmenangaben ist ein Nutzer innerhalb einer Minute komplett registriert und wird danach innerhalb von Sekunden erkannt. Fraglich bleibt nur, wie viele Kunden ihren Fingerabdruck bei einem solchen System freiwillig zur Verfügung stellen.

posten in:


Ressort: M-Payment, Topnews
Frank Keilacker

,,

Kompendium Location Technologies and Services

Eine Übersicht über aktuelle Technologien, Marketingstrategien und Servicelösungen in der Verbindung von realer und Online-Welt. Mit dabei sind Unternehmen wie CCV, Cinram, Coca Cola, Epson, Ingram Micro, LANCOM Systems, Osram und PAYBACK.
Opens external link in new window...mehr


Nächste Veranstaltungen

Keine Artikel in dieser Ansicht.