02.02.2017 - 09:23

Shoplink tritt das Erbe von shopkick an

Im Dezember zog sich Shopkick aus Deutschland zurück - trotz 2,8 Millionen Nutzern wolle sich das Unternehmen auf andere Märkte konzentrieren. Die neue Lösung „Shoplink“ der ehemaligen Miterbeiter führt die Arbeit nun weiter.

Trotz 2,8 Millionen Konsumenten, die shopkick wegen namhaften Partnern wie Saturn, Media Markt oder Douglas nutzten, gab shopkick im Dezember bekannt, sich aus dem Geschäft in Deutschland zurückzuziehen. „Shopkick verlässt den deutschen Markt schließlich nicht weil der Erfolg ausgeblieben ist“, erklärt hierzu Dino Scheidt, ehemals Director Retail bei shopkick. „Die Entscheidung ist strategisch: wenn der Unternehmensfokus auf den Ausbau der asiatischen Märkte von SK Planet, dem südkoreanischen Investor der shopkick 2014 aufgekauft hat, definiert wird, dann bleibt wenig Spielraum im Produkt.” Zusammen mit einigen shopkick-Mitarbeitern unterstützt Scheidt nun den Marktaustritt von shopkick und nutzt gemeinsam mit den deutschen Partnern das Momentum der shopkick-Schließung: mit der neuen Lösung “Shoplink” wird das Konzept verbessert und in Deutschland weitergeführt. Auf der LOCA Conference, die am 15. und 16. Februar in München stattfindet, wird Shoplink offiziell vorgestellt.

Für die Partner von shopkick kam der Rückzug des Unternehmens aus dem deutschen Markt nicht nur sehr überraschend, viele bedauerten diesen auch. Denn die App, mit der Konsumenten sehen, welche Geschäfte und Angebote es in ihrer Umgebung gibt, sorgte für messbar mehr Kundenkontakte. Daher begrüßen viele ehemalige shopkick-Partner den Shoplink-Ansatz. „Den Konsumenten während des gesamten Einkaufsprozess gezielt ansprechen zu können und für seine individuellen Interaktionen, die für Händler & Marken gleichermaßen wertvoll sind, zu belohnen, bleibt ein wichtiges Instrument für die Konsumenten-Loyalisierung und Neukundengewinnung - diese Möglichkeiten müssen weiter genutzt und ausgebaut werden” sagt dazu Scheidt.

Shoplink wird dabei als eigenständiges Unternehmen agieren und keine Verbindungen zu shopkick haben. Daher steht Shoplink nicht nur im engen Kontakt mit potentiellen Partnern – hierzu gehört eine große Zahl der ehemaligen shopkick-Partner – sondern auch mit Investoren.

Ein Netz von 500.000 Beacons

Wie shopkick nutzt Shoplink Beacon-Technologie zur Lokalisierung und Identifikation von Konsument. Während shopkick proprietäre Geräte verbaute, setzt Shoplink auf eine strategische Partnerschaft mit dem Marktführer der Beacon-Technologie in Deutschland: Beaconinside. Michael Kappler, CEO von Beaconinside, verrät, dass er in der Zusammenarbeit mit Shoplink großes Potential sieht. “Bereits 2017 werden wir mit über 500.000 Beacons in Deutschland in der Lage sein, Apps wie Shoplink eine flächendeckende Infrastruktur zur Verfügung zu stellen - ein feinmaschigeres Netz für standortbezogenes Marketing lässt sich sowohl für Geschäftspartner als auch Endkonsumenten kaum spannen.”

Auf der Opens external link in new windowLOCA Conference, die am 15. und 16. Februar in der BMW Welt in München stattfindet, stellen die beiden Partner shoplink offiziell vor. Auf der Konferenz, die unter dem Motto „Connecting Offline and Online Worlds“ steht treffen sich nationale und internationale Experten aus den Bereichen Marketing, Retail und Logistik um den Einsatz ortsbasierter Technologien und Services branchenübergreifend zu diskutieren. Am zweiten Konferenztag führen die LOCA Live Touren die Teilnehmer zu Unternehmen und Showrooms, wo sie die Digitalisierung live erleben können. Die LOCA wird von der Location Based Marketing Association (LBMA) veranstaltet.

Neue Funktionen

Nutzer der App sehen, welche Geschäfte und Angebote es in ihrer Umgebung gibt und werden so systematisch vom Sofa in die Handelsfilialen geführt. Durch den Besuch von Partnergeschäften der App erhalten die User Prämienpunkte (sog. ‘Links’ und ‘Loops’) - genauso wie für den Barcode-Scan bestimmter Produkte oder das Einlesen eines Kassenbons. Die gesammelten Prämienpunkte können wiederum in Gutscheine eingelöst, oder Gespendet werden - auch dies soll die Bindung vor Ort stärken.

Neben einer Verbesserung der Funktionen von shopkick wird Shoplink auch umfangreiche Weiterentwicklungen umsetzen, wie etwa den Einsatz von Augmented Reality bei der Beschäftigung mit Produkten oder der Möglichkeit zur direkten Einbindung der Apps der Händler. Großen Wert legt Shoplink auch auf den Datenschutz. Die Entscheidung, welche Informationen der User preisgibt, trifft er selbst und für jede Verknüpfung individuell. Hieraus wird ein transparentes Daten-Modell entstehen, welches alle Shoplink-Partner systematisch in ihrer Digitalisierung unterstützen soll.

Echtes Omnichannel-Marketing

Dino Scheidt erklärt die kommenden Neuerungen so: „Unsere Vision ist die nachhaltige "Bindung über Content" statt der transaktionalen "Bindung über Cash-Back". Denn so wie es heute für App-Nutzer völlig normal ist, ‘Login per Facebook’ auszuwählen, wollen wir eine Verknüpfung von Nutzeraktivitäten und Händler-Apps schaffen und somit eine Plattform bieten, die wirklich Omnichannel-Marketing ermöglicht, statt nur darüber zu reden. Zuhause auf dem Sofa der Konsumenten, in der Filiale, auf Social-Media-Kanälen und in den Apps unserer Partner - wir erarbeiten mit unseren Partnern digitale Win-Win-Situationen, um damit die digitale Transformation des Handels zu unterstützen. Wir hatten über 2 Jahre Zeit, die Bedürfnisse unserer Nutzer und Partner besser zu verstehen - jetzt führen wir die Erfolgszeiten von shopkick fort und wachsen mit neuen Technologien darüber hinaus. Einige Partner haben bereits zugesichert, wieder mit an Bord zu sein - es ist eine sehr spannende Zeit.”

Der Beginn der Shoplink Launchphase ist für Mitte Februar 2017 angesetzt.

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Ressort: Location Based Services , Marketing
Maximilian Feigl

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