24.10.2017 - 13:10

Retail Loco: Digitale Transformation auf allen Kanälen

Das "Standort-Cookie" im Laufe eines Kundentages stand im Zentrum der RetailLoco Konferenz der Location Based Marketing Association in Atlanta. Gesprochen wurde über vernetzte Häuser und Autos, Geschäfte und andere Locations.
Das Gerät, auf dem Alexa läuft, ist für Amazon zweitrangig, erklärt Noelle LaCharite, Sr. Technical Program Mgr. bei Amazon. Entscheidend ist die Funktionalität der Spracherkennung. Amazon zeigt sich so vom Auto über den Toaster bis zum VR-Headset offen für alles.

Onlineshopping beschränkt sich schon längst nicht mehr auf die heimischen vier Wände, auch unterwegs wird per Smartphone immer mehr eingekauft. Die Plattform, die bisher fehlte, war das Auto, in dem doch viele Menschen einiges an Zeit verbringen. Kurt Hoppe, Global Head of Innovation von General Motors, bat in seinem Vortrag hierfür um Nachsicht mit der Fahrzeugindustrie. Denn der Entwicklungszyklus von Autos liege bei 15 bis 20 Jahren, was eine spontane Reaktion auf neue Entwicklungen unmöglich mache. Inzwischen sei man bei GM jedoch so weit, dass die Bordelektronik der Fahrzeuge in zwei voneinander unabhängige Systeme aufgeteilt ist. Die vitalen Systeme des Autos wie Bremsen oder Motorsteuerung werden dabei vom Entertainment getrennt, wodurch GM nun Dritten auch problemlos Zugriff auf diesen Teil geben kann.

Ziel ist es dabei nicht, so Hoppe, selbst in der Entwicklung entsprechender Angebote tätig zu werden. Vielmehr stelle man nur eine Plattform, die sich in diesem Fall bewegt, auf der Apple, Google und andere ihre Lösungen präsentieren könne. Dementsprechend müsse auch der Sprachassistent im Auto „aus dem Haus“ kommen, also eine Alexa, Siri oder ähnliches sein. Für den Kunden wäre es schließlich auch verwirrend, im Auto mit einem anderen System zu arbeiten als zu Hause.

Omnichannel bei Walgreens

Der Kunde stand auch für Kate Paduchowski, Sr. Mobile Product Manager der Apotheken- und Drogeriekette Walgreens, im Mittelpunkt. Ihr Unternehmen kam in einer Kundenbefragung zu der Einsicht, dass es den Verbrauchern nicht nur egal ist, über welchen Kanal sie mit einem Unternehmen kommunizieren – sie wissen es meist gar nicht. So gaben in der Studie auch solche Verbraucher an, die App zu nutzen, die diese gar nicht installiert hatten. Für Walgreens ist daher die Stoßrichtung klar: egal ob App, mobile Website oder WLAN-Begrüßungsscreen, die Kanäle müssen alle gleich aussehen und das gleiche anbieten um dem User eine nahtlose Customer Experience zu liefern.

Für die Baumarktkette The Home Depot hingegen stand etwas anderes im Vordergrund: Asset Tracking. Nur Produkte, die sichtbar gemacht werden, können auch verkauft werden, so Justin Dilley, Sr. Manager Product Management der Kette. Und dazu muss das Wissen über die Assets verfügbar sein. Folglich, so Dilley, ist Asset Tracking direkt an den Gesamtumsatz eines Unternehmens gebunden. Für The Home Depot sei es also ein 95-Milliarden-Dollar-Business.

Malls ändern Geschäftsmodell

Dass der Onlinehandel nicht das Ende der stationären Läden bedeutet, zeigten die Mall of America und der Kaufhausbetreiber Simon Property Group. Beide berichteten, dass sowohl ihre Flächenrentabilität als auch Frequenzen wachsen. Dies führen sie darauf zurück, dass sie nicht mehr Shopping Center im klassischen Sinn sind, sondern Erlebniswelten. Sie positionieren Produkte von Online Pure Playern wie der Bekleidungsmarke Bonobos oder des Onlinebrillenhändler Warby Parker. Die Besucher der Malls können auf den Schauflächen nur an- bzw. ausprobieren, jedoch nichts kaufen.

Fragt nicht nach dem ROI

Einen Perspektivwechsel beim Return on Investment (ROI)forderte Richard Ventura, VP, Business Devel. & Solutions des Elektronikkonzerns NEC. Für ihn sei klar, dass Marken und Händler nicht nach dem ROI bestimmter Technologien fragen sollten, denn dieser sei nicht vom Hersteller bzw. der Technologie abhängig. Technologien - wie etwa interaktive Screens von NEC - können verschiedene Fragen beantworten, so Ventura, ihr Einsatz ist individuell für jede Situation und der ROI somit auch.

Zukunftsbilder von MediaMarktSaturn

Wie der Handel der Zukunft aussehen könnte zeigte auf der RetailLoco Martin Wild, Chief Digital Officer von MediaMarktSaturn. In seinem Vortrag erklärte er, wie Virtual und Augmented Reality oder Roboter dabei helfen, neue Einkaufserlebnisse zu gestalten. Besonders für US-Amerikaner interessant war dabei der Einsatz von Robotern als Begrüßer – denn in den dort allgegenwärtigen Wal Mart Supermärkten wird jeder Besucher von persönlich begrüßt. Aktuell erledigt dies ein Angestellter, in der Zukunft könnte diese Rolle aber ein Roboter einnehmen.

Auf der LOCA Conference, die am 12. und 13. April 2018 in München stattfindet, diskutiert die LBMA die Entwicklungen erneut. Opens external link in new windowReichen Sie jetzt Ihr Paper ein werden Sie Speaker.

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Ressort: Location Based Services , Commerce
Maximilian Feigl

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