26.06.2018 - 10:08

Retail Innovation Kongress 2018: Lösungen im Blick

Auf dem Retail Innovation Kongress des LOC-Place, der am 21. Juni im Parndorf Fashion Outlet stattfand, gaben nicht nur Experten Einblicke in die Entwicklungen des digitalen Handels. Vor allem standen Lösungen im Mittelpunkt.
Auf der Retailtour, die nach der Konferenz stattfand, konnten die Teilnehmer Lösungen begutachten, die im Outletcenter genutzt werden. Die Experten Carsten Szameitat (Mitte) und Thomas Hinterleithner erklärten die Anwendungen und ordneten sie in den Digitalisierungsprozess ein.

Verschiedenste Unternehmen nutzten in Parndorf die Chance, einem Fachpublikum ihre Lösungen für die Zukunft des stationären Handels zu präsentieren. So etwa First Data, die mit dem Zahlungsverkehrsterminal „CloverTM“ die Vorteile eines offenen App-Marktes an die Kasse bringen möchten. Die Kassenlösung, die bereits seit längerem in den USA im Einsatz ist und nun auch in Deutschland und Österreich angeboten wird, basiert auf dem Android-Betriebssystem und erlaubt es den Betreibern so, verschiedenste für ihre Zwecke dienliche Apps direkt an der Kasse zu verwenden.

Die synaigy GmbH widmete sich hingegen dem Trendthema Chatbots. Im Vortrag ging das Unternehmen zunächst darauf ein, was einen guten Chatbot ausmacht. Dabei betonte es, dass ein Chatbot überhaupt nicht dazu in der Lage sei, das Vertrauen des Verbrauchers zu gewinnen – daher solle man es auch gar nicht erst versuchen, sondern sich lieber auf den Informationsaustausch beschränken und mit Hilfe von Enterprise-Intelligence-Lösungen Mehrwerte erzielen.

Ein ganzes Panel befasste sich mit Instore Analytics und Location-based Marketing. Neben der Österreichischen Post, die ihr Filialnetz in Wien für ortsbezogene Nachrichten nutzt, kamen hier auch Pygmalios und A1 Telekom Austria zu Wort. Beide informierten über die Kundenanalyse direkt im Laden, die dem stationären Handel dabei helfen soll, den Wissensvorsprung der Onlineshops wettzumachen.

Lösungen im Einsatz

Unter der Überschrift „Proof of Concept – jetzt aber richtig“ zeigten mehrere Unternehmen ihre nun im Einsatz befindlichen Lösungen. Attrecto widmete sich dabei wieder den Chatbots und der Flughafen Wien sprach über seine Erfahrungen mit Indoor-Navigation und Beacons. Die twinster GmbH wiederum erklärte, wie sie mit einem 3D-Body-Scanner das Retourenproblem im Modehandel angehen möchte. Dabei können Kunden im Store von einem Scanner ihre Körpermaße erfassen lassen, um sie anschließend auch beim Onlineshopping zu verwenden. So kann der Shop ihnen dann automatisch die passenden Größen vorschlagen, was die Rücksendung nicht passender Kleidung minimieren soll.

Weitere Lösungen konnten die Teilnehmer des Retail Innovation Kongress zudem bei den Führungen durch das Outletcenter und im neuen Demo Store des LOC-Place begutachten. Letzterer konnte im Rahmen einer neuen Kooperation mit dem Parndorf Fashion Outlet eröffnet werden. Dort werden ganzjährig die neuesten digitalen Technologien für den Handel getestet. Dazu zählen unter anderem digitale Screens, interaktive Displays, Eye Tracking, Wegführung sowie Kassen- und Self-Scanning-Lösungen.

Globale Einsichten

Die globalen Trends wurden auf dem Retail Innovation Kongress von mehreren internationalen Experten abgedeckt. So griff etwa Asif Khan, President & Founder der Location Based Marketing Association (LBMA), einige Zahlen aus dem LBMA Trend-Report heraus. In dieser Studie untersucht der Verband die Entwicklung der Location-Technologien: wie sie im Markt eingeschätzt werden, welche Erwartungen sie wecken und worin investiert wird. Er verriet, dass knapp jedes dritte Unternehmen (31 Prozent) in Deutschland große Chancen sieht, mit der Technologie Passanten in die Läden zu bringen. Vor einem Jahr waren davon noch lediglich 20 Prozent überzeugt.

Dementsprechend erhöhte sich auch das Marketing-Budget, das in Location-based Marketing Services investiert wird, um fünf Prozent. Auch in der Wahrnehmung durch deutsche Unternehmen gewannen die Dienste an Zuspruch, so Khan. An der Technologiefront fokussieren sich deutsche Unternehmen besonders auf Bluetooth und NFC. Die Nutzung der Technologien durch Händler stieg in Deutschland um fünf Prozent (Bluetooth) bzw. 8 Prozent (NFC) an. Zudem gab Khan in seinem Vortrag zahlreiche Beispiele für bereits im Einsatz befindliche Lösungen und aktuelle Kampagnen aus aller Welt.

„Die älteste Technologie der Welt“

Carsten Szameitat, Vorstandsvorsitzender der Location Based Marketing Association (LBMA) e.V. für die DACH-Region und Geschäftsführer des LOC-Place, stellte die Top 30-Lösungen & -Technologien für den Handel vor. Maßgeblich für seine Einschätzungen waren dabei die Erfahrungen, die in den vergangenen Jahren mit der LOC-Place GmbH gemacht wurden. Das Wissens- und Innovationszentrum der LBMA ist spezialisiert auf Fragen rund um Anbindungen von Online- und Offline-Welten am POS.

Retail-Experte und Mitglied der US-amerikanischen National Retail Foundation (NRF) Dan Hodges konzentrierte sich seinem Vortrag auf Voice Search. Als erste vom Menschen selbst entwickelte „Technologie“ sei Sprache vor 300.000 Jahren die Voraussetzung für die Entwicklung von Gemeinschaft und Zivilisation gewesen, so Hodges. Seitdem habe sie sich in ihrer Bedeutung aber nicht mehr gewandelt. Die Einführung von Voice Search werde dies nun ändern, da Menschen dank der Technologie nicht mehr nur mit ihren Mitmenschen sprachlich interagieren können, sondern auch mit ihrer Umwelt. Eine Revolution, die es im Auge zu behalten lohne – auch für Unternehmen.

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Ressort: Location Based Services , Commerce
Maximilian Feigl

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