09.10.2018 - 11:19

Palettentausch mit Blockchain – der Prototyp steht

Unter dem Dach von GS1 Germany arbeiten über 30 Unternehmen an der Entwicklung einer Blockchain-basierten Lösung für den Palettentauschprozess. Nun ist der Prototyp fertig. Der Praxistest der Technologie beginnt Mitte Oktober.

Der Prototyp besteht aus drei Komponenten: Den ersten Baustein bildet eine mobile Anwendung für diejenigen Personen, die den Tauschprozess tatsächlich durchführen – sprich: Mitarbeiter an der Laderampe, im Lager, im Werk oder LKW-Fahrer. Bislang füllten sie Palettenscheine in Papierform händisch aus, mussten sie unterschreiben, Durchschläge an entsprechende Verantwortliche verteilen und am Ende alle Daten digital erfassen, um sie in eigenen proprietären Systemen zu dokumentieren. Die mobile Blockchain-Anwendung dagegen soll es ermöglichen, per Smartphone oder Tablet und mit nur wenigen Klicks den Palettentausch zu erfassen, zu bestätigen und in der Blockchain zu dokumentieren.

Die zweite Komponente des Prototyps bildet das Paletten-Portal. Diese Anwendung ist insbesondere für die Mitarbeiter im Bereich der Belegabwicklung relevant, da sie alle Transaktionen des eigenen Unternehmens abbildet und auch die Palettenkontostände direkt einsehbar macht. „Hier wird es wirklich transparent und wir bewegen uns in Richtung Echtzeit“, sagt Regina Haas-Hamannt, Projektleiterin und Innovationsverantwortliche bei GS1 Germany.

Herzstück der Lösung

Die Blockchain auf Basis der MultiChain-Technologie ist der dritte Baustein und gleichzeitig das Herzstück der Lösung. Sie bildet die eigentliche technologische Grundlage für die Anwendung – alle Daten zu Transaktionen und Korrekturen werden hier erfasst und gespeichert. In dem Zusammenhang wurde auch die Frage der Transparenz im Pilotprojekt diskutiert. Um den Praxistest im Oktober so real wie möglich zu gestalten und viele Erkenntnisse für die Praxis zu gewinnen, haben sich alle Teilnehmer für volle Transparenz auf dieser Ebene ausgesprochen. Einblick in diese komplexe Welt haben dabei nur die entsprechenden IT-Verantwortlichen in den einzelnen Unternehmen. Sie können prüfen, ob im Rahmen eines Palettentauschs alle Daten wirklich reibungslos übertragen werden oder ob das System irgendwo hakt.

„Blockchain kann die gemeinsame Nutzung von Daten und damit den Einblick in komplexe, unternehmensübergreifende Abläufe neu definieren“, sagt Torsten Zube, Head of Blockchain bei SAP. Das Unternehmen hat den Prototyp der Lösung für das Projekt-Team entwickelt. „Dieses Pilotprojekt ist daher essentiell, um die neue Realität im Praxistest zu erforschen und einen Mehrwert für alle Beteiligten erzeugen zu können. Der Prototyp ist ein erster großer Schritt auf dem Weg dorthin.“

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Ressort: Location Based Services , M-Development
Maximilian Feigl

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