04.03.2016 - 10:15

Mit Beacons durch die Bayerische Staatsbibliothek navigieren

Das denkmalgeschützte Gebäude Bayerischen Staatsbibliothek der an der Münchner Ludwigstraße als weitläufig zu beschreiben, wäre untertreiben. Dementsprechend schwer fällt Besuchern die darin. Eine App soll nun Abhilfe schaffen.

Der „BSB Navigator" leitet den Nutzer mittels „Beacon"-Technologie zielgenau durch das Gebäude der Bayerischen Staatsbibliothek, auch bekannt als „Stabi“. Hierfür wurden insgesamt 145 solcher Bluetooth-Signalgeber flächendeckend in allen öffentlich zugänglichen Räumen angebracht. Sie senden in regelmäßigen Intervallen Signale per Bluetooth Low Energy und erlauben so der App den jeweiligen Standort des Nutzers zu ermitteln. Dabei werden mehrere Techniken kombiniert: Proximity, also die einfache Abstandsmessung zum Beacon und Trilateration, eine Methode, die man aus dem Mobilfunk kennt.

Zudem wird auch das sogenannte Fingerprinting verwendet. Dafür wurde das Gebäude zuvor mit einer speziellen App "ausgemessen". Alle paar Meter wird ein "Fingerprint" gesetzt. Die App misst Sendestärke und Abstand der in Reichweite befindlichen Beacons und schreibt diese Informationen in eine Datenbank. Auf diese Werte wird dann bei der Positionsbestimmung zusätzlich zurückgegriffen. Darüber hinaus werden auch noch weitere Sensoren des Smartphones herangezogen um zum Beispiel die Blickrichtung (Kompass, Gyroskop) und das Stockwerk (Barometer) zu bestimmen.

„Wissenschaftler, Studierende, Schüler, allgemeine Öffentlichkeit oder Touristen – die Bayerische Staatsbibliothek hat eine äußerst heterogene Nutzergruppe. Sie alle haben nun die Chance, mit der App sprichwörtlich neue Wege zu gehen. Zum einen, weil der BSB Navigator unsere Nutzer exakt durch das Haus lotst. Zum anderen, weil die Bayerische Staatsbibliothek mit der Indoor-Navigation einen innovativen Service anbietet, der bisher im deutschsprachigen Bibliotheksbereich einmalig ist“, erklärt Dr. Klaus Ceynowa, Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek.

Indoor-Navigation mit Beacons wird einsatzfähig

Entwickelt wurde die App von den Münchner Mobile Spezialisten Bokowsky + Laymann in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Angewandte Softwaretechnik der TU München, Professor Brügge. Zur Positions- und Routingberechnung kam ein vom österreichischen Start-up indoo.rs entwickeltes SDK zum Einsatz. Außerdem wurde ein von Bokowsky + Laymann entwickeltes System zur Verwaltung von Location-based Services genutzt, das für diese Projekt noch um eine Indoor- und Beacon Komponente erweitert wurde. Die Verwaltung des Contents erfolgte in einem in der Bayerischen Staatsbibliothek bereits im Einsatz befindlichen CMS.

„Indoor Navigation mit Beacons wird stark an Bedeutung gewinnen, die Technik ist jetzt soweit, dass sie produktiv eingesetzt werden kann. Im Gegensatz zu großen proprietären System auf WLAN Basis ist man nicht an einen Hersteller gebunden, Beacons sind ein Standard, man kann zwischen vielen Herstellern wählen und die Preise sind überschaubar. Damit wird für eine Vielzahl von Gebäuden und Objekten indoor Navigation zu vertretbaren Kosten möglich." erklärt der Projektleiter Markus Bokowsky, Geschäftsführer von Bokowsky + Laymann.

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Ressort: Location Based Services , Applikationen
Maximilian Feigl

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