14.07.2017 - 08:38

Jeder vierte Deutsche könnte auf stationären Handel verzichten

Wer braucht schon einen Laden, wenn er das Internet hat – diese Einstellung legen einer aktuellen Umfrage zufolge 23 Prozent der Deutschen an den Tag. Mach der Online-Handel also doch den stationären Handel kaputt?

81 Prozent der Deutschen haben kein schlechtes Gewissen online zu shoppen. Fast genauso vielen (80 Prozent) ist es eigentlich auch egal, ob sie online oder offline einkaufen. Fast jeder Vierte (23 Prozent) kann sogar ganz auf den stationären Handel verzichten. Zu diesem Ergebnis kommt der Cashback-Anbieter Opens external link in new windowShoop.de in einer repräsentativen Umfrage.

Der Umfrage zufolge tätigt bereits mehr als jeder vierte Deutsche (28 Prozent) über ein Drittel seiner Einkäufe (zwischen 30 und 40 Prozent) online. Bei den 30 bis 39-Jährigen ist die Zahl sogar noch höher. Von ihnen shoppen 71 Prozent häufiger online. Und auch fast zwei von drei der 18 bis 29-Jährigen kaufen mehr im Internet als im stationären Handel. Onlineshopping macht mehr Spaß als der Einkauf im stationären Handel – das sagt zumindest jeder zweite Deutsche (49 Prozent).

Bequem Preise vergleichen

Doch was bringt die Kunden vor den PC anstatt in die Geschäften? Online-Shoppen ist bequem und übersichtlich – gerade in Bezug auf verschiedene Angebote und Preise. So sagen 87 Prozent, dass sie online shoppen, weil sie so Angebote bequem miteinander vergleichen können. Diesen übersichtlichen Preis- und Angebotsvergleich vermissen drei von vier Deutschen (75 Prozent) im stationären Handel. Für 86 Prozent sind die 24/7 Öffnungszeiten im Internet das entscheidende Argument – vor allem für die jüngeren Verbraucher der 18 bis 29-Jährigen, von denen neun von zehn (90 Prozent) aus diesem Grund vorrangig im Netz einkaufen.

Die Möglichkeit verschiedener Bezahloptionen, wie sie der Onlinehandel bietet – vom Bankeinzug über die Kreditkarte bis hin zu Paypal – vermissen 45 Prozent der Deutschen im stationären Handel., Mobile Payment hingegen nur 29 Prozent.

Muss der Kunde wieder König werden?

„Auch wenn deutsche Kunden mehr und mehr die Vorteile des Online-Handels entdecken und nutzen – sei es die große Auswahl, der Preisvergleich oder die verschiedenen Bezahloptionen – hat auch der stationäre Handel Potentiale, um weiter Kunden in die Geschäfte zu holen. Sie müssen nur entsprechend ausgebaut und zum Einsatz gebracht werden“, sagt Veit Mürz, Geschäftsführer von Shoop.de. Das sehen auch die deutschen Verbraucher so. Laut der Umfrage sagen fast drei von vier Deutschen (73 Prozent), dass sich der stationäre Handel noch mehr den Bedürfnissen der Verbraucher anpassen muss. Das betrifft unter anderem die Preisgestaltung und die Angebotsvielfalt. 68 Prozent vermissen im stationären Handel günstigere oder ähnlich gute Angebote wie im Onlinehandel. Und zwei Drittel (66 Prozent) wünschen sich im stationären Handel ein ähnlich großes Angebot zu haben, wie im Internet. So sagen 69 Prozent der Deutschen, dass sie häufiger in Geschäften einkaufen würden, wenn der stationäre Handel attraktivere Angebote hätte.

„Zugegeben, einigen Wünsche der Verbraucher kann der stationäre Handel sicherlich nur schwer nachkommen, zum Beispiel, einen umfassenden Überblick über alle Angebote zu verschaffen. Das wünschen sich laut unserer Umfrage 71 Prozent der Deutschen. Aber die zwischenmenschliche Note des stationären Handels von persönlichem Service und Beratung, kann der Onlinehandel nicht bieten“, merkt Veit Mürz an. Und darauf legen Kunden wert. 58 Prozent schätzen am stationären Handel die persönliche Beratung. Das heißt aber nicht, dass sie sich im Geschäft beraten lassen und dann online „fremdkaufen“. So geht nur fast jeder Vierte (23 Prozent) vor. Dagegen recherchieren sogar 42 Prozent online nach Produkten, um sie dann aber im stationären Handel zu kaufen. Übertreiben sollten man es aber nicht mit dem Kundenservice, denn knapp zwei Drittel (64 Prozent) der Verbraucher kaufen lieber online weil sie es nicht mögen, wenn Verkäufer sie übermäßig viel beraten.

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Ressort: Commerce, Studie
Maximilian Feigl

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