31.05.2016 - 12:16

Jeder dritte Einzelhändler muss Kasse austauschen

Wer eine neue Kasse für seinen Laden kauft, tauscht diese so schnell nicht wieder aus – daher sind die Innovationszyklen im Einzelhandel oft lange. Doch Ende des Jahres könnte es eine Ausnahme geben, so eine Studie von Locafox.

Am 31.12.2016 endet die Übergangsfrist, welche Händlern die Verwendung einer nicht GoBD-konformen Kasse erlaubt. Mindestens ein Drittel der stationären Einzelhändler scheint hierauf nicht ausreichend oder gar nicht vorbereitet zu sein. In einer Opens external link in new windowUmfrage unter 325 Händlern wollte Locafox wissen, wie viele bereits eine GoBD-konforme Kasse besitzen oder bereits eine bestellt haben. Das Ergebnis der Umfrage: 30 Prozent der Befragten haben noch kein neues Kassensystem, und 15 Prozent wissen nicht, ob ihre derzeitige Kasse den Vorgaben genügt.

GoBD: Verpflichtungen für Händler

Hinter dem Kürzel GoBD stehen die „Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff“. Sie regeln unter anderem, dass in Kassen die Einzelaufzeichnung von Umsätzen garantiert und eine Daten-Unveränderbarkeit sichergestellt wird. Hierzu müssen die Händler, die elektronische Registrierkassen im Einsatz haben, diese mit einer Software nachrüsten, die dies erlaubt oder im schlimmsten Falle eine neue Kasse anschaffen. Bereits seit 2010 sind Händler verpflichtet, mögliche Updates zu installieren und sich über neue Versionen auf dem Laufenden zu halten. Werden die vom Hersteller angebotenen Updates nicht verwendet, kann es bei einer Betriebsprüfung zu Problemen kommen.

Mit der Digitalisierung sind einige Branchen weiter als andere. So sind vor allem Buchhändler gut auf die Erfüllung der Auflagen vorbereitet: Knapp 87 Prozent der befragten Buchhandlungen besitzen bereits ein GoBD-konformes Kassensystem. Auch Modehändler (76,7 Prozent), Sport- und Outdoorhändler (75,9 Prozent) und Spielwarengeschäfte (63,3 Prozent) liegen deutlich über dem Durchschnitt aller Befragten. Im Gegensatz dazu besteht bei Möbelhändlern (46,7 Prozent ohne GoBD-Kasse), Juwelieren (62,1 Prozent) und Schuhläden (43,3 Prozent) noch ein starker Bedarf nach einem modernen Point-of-Sale (POS).

<media 4440 _blank></media>

Vorteile für Händler

Locafox zieht aus der Umfrage das Fazit, dass in einigen Branchen ein Informationsdefizit in Sachen Einzelaufzeichnungspflicht und Daten-Unveränderbarkeit besteht. Einzelhändler sollten hier die Chancen sehen, die ein modernes Kassensystem mit sich bringt, anstatt sich vom Staat gegängelt zu fühlen. Denn moderne Kassen erleichtern durch die Digitalisierung der Daten nicht nur dem Fiskus die Arbeit, auch die Händler selbst können von Features wie einer integrierten Warenwirtschaft profitieren. Sie gebe ihnen einen exakten Überblick über die Bestände, Top-Seller und Ladenhüter und macht das Nachbestellen von Produkten kinderleicht währen die Inventur wegfällt. Weitere Features seien das einfache Verkaufen auf Online-Plattformen und die Verbreitung der eigenen Shopdaten auf allen relevanten Info-Portalen.

Und auch die Anschaffung einer komplett neuen Kasse kann Vorteile mit sich bringen: denn mit modernen Geräten lassen sich noch weitere Services anbieten, wie etwa die Bezahlung per NFC – ein Muss, wenn man am Mobile Payment Geschäft teilhaben will.

posten in:


Ressort: Commerce, Studie
Maximilian Feigl

,,

Kompendium Location Technologies and Services

Eine Übersicht über aktuelle Technologien, Marketingstrategien und Servicelösungen in der Verbindung von realer und Online-Welt. Mit dabei sind Unternehmen wie CCV, Cinram, Coca Cola, Epson, Ingram Micro, LANCOM Systems, Osram und PAYBACK.
Opens external link in new window...mehr


Nächste Veranstaltungen

Keine Artikel in dieser Ansicht.