29.08.2017 - 10:36

Das Smartphone wird zur Bank von morgen

Über die Hälfte der Deutschen tätigt Bankgeschäfte inzwischen mobil oder kann es sich zumindest vorstellen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von YouGov. Auch eine Bitkom-Umfrage bestätigt: Mobile Banking wird zum Standard.

56 Prozent der Deutschen tätigen ihre Bankgeschäfte mobil oder können sich eine Nutzung vorstellen. Die Mehrheit der Banking-App Nutzer (59 Prozent) ist darüber hinaus mit ihrer Banking-App zufrieden. Von den momentanen Nicht-Nutzern sind 56 Prozent an gewissen Funktionen einer Banking-App grundsätzlich interessiert. Und ein Fünftel (22 Prozent) der Nicht-Nutzer, das große Sicherheitsbedenken gegenüber Apps hat, würde durch zusätzliche Sicherheitsfunktionen sogar ernsthaft über eine Nutzung nachdenken. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Studie Opens external link in new window„Mobiles Banking per App“ des Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov.

Die Mobile-Banking-Angebote von Direktbanken punkten der Studie zufolge besonders gut: Unter den „Top 3“ tauchen die Apps der „ING-DiBa“ mit 73 Prozent an zufriedenen Nutzern auf, gefolgt von der „comdirect“ (70 Prozent) und der „DKB Deutsche Kreditbank“ (65 Prozent).

Sicherheitsbedenken sind häufig

Trotz der hohen Zufriedenheitsquote nutzt die Banking-App der Hausbank nur jeder Zweite (55 Prozent). Hier stehen Banken in Konkurrenz mit Bezahlsystemen wie PayPal (nutzen 64 Prozent der Banking-App-User) oder anderen Apps. Nicht-Nutzer hegen in erster Linie Sicherheitsbedenken: Knapp zwei Drittel (63 Prozent) wollen ihre Bankdaten schlicht nicht auf dem Smartphone hinterlegen. 32 Prozent haben Angst, dass bei Diebstahl oder Verlust auf das Konto zugegriffen wird. „Wer diese Ängste nicht aus dem Weg räumen kann, wird eine Vielzahl von Kunden auch in Zukunft nicht für die eigene App begeistern können“, warnt Markus Braun, Head of Business Unit Reports bei YouGov. Er empfiehlt, skeptischen Kunden zu zeigen, dass „die App wirklich sicher ist und ihre Bankgeschäfte bei Ihnen auch mobil in guten Händen sind“. Zusätzliche Sicherheitsfunktionen, die implementiert und kommuniziert werden, können diese Sicherheitsbedenken reduzieren.

Wie die Studie zeigt, erledigen die derzeitigen Nutzer von Banking-Apps überwiegend Standardaufgaben wie Überweisungen (83 Prozent) und wollen den Überblick über ihre Bankgeschäfte behalten (79 Prozent). Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung ist die Mehrheit (62 Prozent) der Nutzer zudem männlich, häufig unter 35 Jahre alt (42 Prozent), akademisch gebildet (40 Prozent) und verfügt über ein Haushaltseinkommen von mindestens 2.500 Euro (48 Prozent). Während bestehende Nutzer bereits kompetent im Umgang und daher eher an weiterführenden Funktionen interessiert sind, haben Neu-Kunden andere Bedürfnisse. Zusatzfunktionen, wie Rechnungen per Kamera einscannen und bezahlen oder die Verwaltung von Aktiendepots können schnell überfordern und sind daher weniger gefragt. Braun empfiehlt, neuen Kunden verstärkt die bereits durch das Kundenportal bekannten Funktionen der Banking-App zu zeigen.

Ähnliche Ergebnisse beim Bitkom

In einer repräsentativen Befragung von Bitkom Research unter 1.009 Personen ab 14 Jahren befragt gab ebenfalls jeder Zweite an, inzwischen sein Tablet für das Online-Banking (52 Prozent; 2016: 41 Prozent) zu nutzen. Vier von zehn setzen auf das Smartphone (41 Prozent, 2016: 36 Prozent). 90 Prozent geben an, ihren Kontostand mit einem mobilen Gerät zu überprüfen. Drei von zehn kümmern sich mobil um Überweisungen (29 Prozent) und verwalten Daueraufträge (31 Prozent).

„Mobile Banking ist inzwischen Standard und löst Schritt für Schritt das Online-Banking am PC oder Notebook ab“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Banken und junge Fintech-Startups haben zuletzt viel für Komfort und Sicherheit beim Mobile Banking getan. Mit Funktionen wie der Fotoüberweisung, dem Login via Fingerabdruck oder der automatischen Übertragung einer mobilen TAN ist das mobile Banking mittlerweile dem klassischen Online-Banking weit überlegen.“

Laut der Bitkom-Umfrage regeln sechs von zehn User ihre Bankgeschäfte via Smartphone oder Tablet über eine App von ihrer Bank oder einem Drittanbieter (58 Prozent). 41 Prozent geben an, keine App für das Mobile Banking zu verwenden und nutzen den klassischen Webzugang oder mobile Webseiten.

Laptop und Computer bleiben beliebt

Auch wenn Smartphone und Tablet als Bankterminal immer beliebter werden, nutzen die Deutschen nach wie vor am häufigsten ihren Laptop (88 Prozent) und den stationären Computer (71 Prozent) zum Online-Banking. Dabei checken alle Befragten ihren Kontostand (100 Prozent), fast alle tätigen Überweisungen (94 Prozent) und zwei Drittel richten Daueraufträge ein oder verwalten diese (66 Prozent). Vier von zehn überprüfen zudem online ihre Kreditkartenabrechnung (39 Prozent) und lassen sich Benachrichtigungen schicken, etwa wenn das Gehalt eingeht (33 Prozent). Fast jeder Sechste (15 Prozent) hat sich bereits per Live-Chat oder E-Mail über seine persönlichen Finanzen beraten lassen. Jeder Vierte hat schon Wertpapiere gekauft oder verkauft (28 Prozent) und erstellt sich Übersichten zu den monatlichen Einnahmen und Ausgaben (27 Prozent).

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Ressort: M-Payment, Studie
Maximilian Feigl

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