30.01.2018 - 11:04

Britische Händler bauen Läden für Click & Collect um

In Großbritannien ist Click & Collect ein großer Hit: der Service, bei dem online bestellte Ware im Geschäft abgeholt werden kann, wird dort fast flächendeckend angeboten. Das hat auch deutliche Auswirkungen auf den Ladenbau.
Zum Abholen links am Laden vorbei: Bei Size in Großbritannien wurde die Click & Collect Station in ein Apartment über dem eigentlichen Laden verlegt.

Der Onlinehandel steht in Großbritannien allgemein ziemlich gut da: laut Zahlen des Center für Retail Research liegt dort sein Anteil am Gesamtumsatz des Handels bei 18 Prozent. Ohne Lebensmittel kommt die Onlinesparte sogar auf 24 Prozent. Diese Zahlen gepaart mit der Situation, dass viele Briten nicht unweit der Stadtzentren leben, führt zu einer der höchsten Durchdringung von Click & Collect Angeboten weltweit.

Laut dem New Yorker Marktforscher L2 liegt diese in Großbritannien bei 79 Prozent. Davon bieten 29 Prozent die Abholung der online bestellten Ware bereits am nächsten Tag an und bei 9 Prozent ist dieser Service sogar gratis. Zum Vergleich: in den USA liegt die Durchdringung von Click & Collect bei 35 Prozent.

Änderungen im Ladenbau

In Großbritannien - wie auch anderswo - wurde der Service zwar online mit viel Aufwand implementiert und angeboten, im Laden dann jedoch etwas stiefmütterlich behandelt: wer seine Ware abholen will, muss in eine der hintersten Ecken des Ladens um dort an einem Tresen zu warten. Und das, obwohl sich Click & Collect User doch sowohl das Schlange stehen als auch den Weg durch den Laden sparen wollten.

Wie L2 berichtet hat hier jetzt aber ein Umdenken eingesetzt und die Läden beginnen, ihr Layout auch für Online-Shopper zu optimieren. So hat etwa Size, eine britische Kette für Sportartikel, -schuhe und Accessoires, über dem eigenen Laden in Covent Garden ein Apartment angemietet, das exklusiv für die Abholung von Online-Bestellungen genutzt wird.

Zara geht sogar noch einen Schritt weiter: ein neu eröffneter Laden Londons Westfield Stratford City Shoppingmall ist gänzlich nur für Onlineshopper ausgelegt. Das Ladenkonzept ist auf die Abholung online bestellter Ware ausgerichtet, zudem kann eine Auswahl von Kleidungsstücken im Laden anprobiert und dann online bestellt werden. Die Angestellten im Laden sind mit Mobilgeräten ausgestattet, um die Kunden bei Fragen oder Problemen im Onlinestore zu unterstützen. Darüber hinaus errichtet Zara derzeit einen zweiten Laden, in dem der Abholpunkt von einem Roboter verwaltet werden soll.

Abholstationen außerhalb des Ladens

Der Supermarkt Asda hat sich für eine andere Lösung entschieden, um den Abholpunkt aus der hinteren Ladenecke zu holen: die Tochter von Walmart nutzt Packetstationen, die außerhalb des Ladens aufgestellt werden. Dort können die Online-Shopper ihre Bestellungen auch außerhalb der Öffnungszeiten abholen – zudem werden nicht nur Bestellungen bei Asda dort eingelagert, sondern auch von die von Online-Pure-Playern wie ASOS und Misguided. Auf diese Weise sichert sich der Supermarkt die Laufkundschaft der Onlinehändler vor Ort.

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Ressort: Commerce, Location Based Services
Maximilian Feigl

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