14.06.2018 - 11:50

Autonomer Ford fährt für Lieferdienst

Wer sich in Florida sein Abendessen lieber bestellt anstatt selbst zu kochen könnte seine Bestellung künftig von einem autonom fahrenden Auto geliefert bekommen. Denn Ford arbeitet dort mit dem Lieferdienst "Postmates" zusammen.

Postmates liefert Waren im Auftrag von Restaurants, Baumärkten, Cafés oder lokalen Einzelhändlern. In einem Pilotprojekt, das derzeit gemeinsam mit mehr als 70 teilnehmenden Unternehmen in Miami und Miami Beach anläuft, kommt hierfür nun ein Ford Transit Connect mit Schließfachsystem zum Einsatz. Das Fahrzeug ist so konzipiert, dass es wie ein autonom fahrendes Fahrzeug eingesetzt werden könnte – aber dennoch wird es von einem Fahrer manuell gesteuert. Diese Entscheidung wurde getroffen, weil beim Postmates-Projekt der Schwerpunkt der Forschung auf der sogenannten letzten Meile der Lieferung liegt, so Ford. Getestet wird vor allem, wie Unternehmen und Verbraucher mit einem prinzipiell selbstfahrenden Fahrzeug - also mit einem Auto ohne Fahrer und damit auch ohne Ansprechpartner - interagieren.

Wenn der Transit Connect mit der Lieferung am Bestimmungsort ankommt, erhält der Kunde eine Textnachricht, dass seine Bestellung abholbereit ist. Um das entsprechende Entnahmefach entriegeln zu können, gibt er über den Touchscreen des Fahrzeugs einfach seinen Zugangscode ein, den er bei der Bestellung erhalten hat. Via Bildschirm wird er dann darüber informiert, in welchem Schließfach sich das bestellte Essen befindet, das außerdem gut erkennbar beleuchtet wird. Tests haben gezeigt, dass Kunden auch Audio-Anweisungen über Lautsprecher schätzen, daher hat Ford diese Funktion ebenfalls in das Postmates-Pilotprogramm integriert.

Zusammenarbeit mit Domino‘s

Bereits Im August 2017 hatte Ford einen ähnlichen Test mit Domino's Pizza angekündigt: Auch dabei ging es darum Erkenntnisse darüber erlangen, wie die Kunden mit selbstfahrenden Fahrzeugen interagieren. Russell Weiner, President of Domino's, USA, sagte damals: "Die meisten unserer Fragen betreffen die letzten 50 Meter der Lieferstrecke. Also zum Beispiel, wie die Kunden darauf reagieren werden, wenn sie für ihr Essen aus dem Haus kommen sollen. Wir müssen sicherstellen, dass sich die Übergabe der Bestellung möglichst unkompliziert gestaltet".

Diese Tests finden in Ann Arbor statt, einer mittelgroßen Stadt im US-Bundesstaat Michigan mit rund 115.000 Einwohnern. Per Zufallsgenerator ausgesuchte Domino's-Kunden erhalten dort ihre Bestellung von einem Ford Fusion Hybrid angeliefert, der als autonom fahrendes Forschungsfahrzeug ausgerüstet ist. An Bord werden sich ein Ford-Sicherheitsingenieur sowie weitere Experten zur Auswertung des Tests befinden. Kunden, die sich zuvor einverstanden erklärt haben, können das Lieferfahrzeug über GPS mit einer aktualisierten Version der Domino's Tracker-App verfolgen. Sie erhalten zudem Textnachrichten mit den Echtzeit-Positionsdaten des selbstfahrenden Lieferfahrzeugs sowie einen Code, mit dem sich das beheizte Laderaumfach zur Entnahme der Pizza öffnen

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Ressort: Commerce, Location Based Services
Maximilian Feigl

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