08.08.2017 - 11:23

Amazon und Rossmann: Ein guter Deal für (fast) alle Beteiligten

Mit Rossmann hat Amazon für seinen Schnellieferservice Prime Now einen mächtigen Partner gefunden: Deutschlands zweitgrößter Drogeriekonzern erweitert das Sortiment um 4.000 Artikel. Ein guter Deal für alle Beteiligten?

Die Zusammenarbeit von Amazon Prime und Rossmann bedeutet zunächst, dass Kunden des Service etwa ein Viertel des rund 17.000 Artikel umfassenden Sortiments von Rossmann online bestellen können. Wie die Opens external link in new windowLebensmittelzeitung berichtet, behält Rossmann die Preishoheit und bestimme das Sortiment. Amazon stelle die Online-Plattform sowie die Logistik. Die Zusammenarbeit ist zunächst auf Berlin beschränkt, solle im Erfolgsfall aber auf München ausgeweitet werden.

Rossmann ist der erste große Händler in Deutschland, der eine solche Kooperation eingeht. Bisher arbeitete Prime Now nur mit regionalen Händlern zusammen, wie etwa der Lebensmittelkette Feneberg, dem Biomarkt Basic, der Bienen Apotheke und der Firma Kochhaus. Für andere Lieferdienste, die in Konkurrenz zu Amazon stehen, ist diese Kooperation ein Problem: denn sie erweitert nicht nur das Sortiment von Amazon, die über 2.000 Rossmann-Märkte in Deutschland könnten Prime Now in Zukunft auch als Warenlager dienen.

Klare Vorteile für Rossmann und Amazon

„Eine Kooperation in dieser Größenordnung macht den Weg frei für eine flächendeckende Präsenz von Amazon Prime Now“ sagt dazu Carsten Szameitat, Geschäftsführer des LOC-Place und Vorstandsvorsitzender der Location Based Marketing Association (LBMA) DACH. „Gerade die Logistik in ländlichen Regionen benötigt ein regionales Warenlager. Hier sind die Filialen von Rossmann positioniert und können als Lager genutzt werden. Ein guter Deal für Amazon.“

Für Szameitat ist der Deal aber auch für Rossmann sehr gut: „Die Onlineumsätze der eigenen Internetpräsenz und die damit verbundenen logistischen Aufwände dürften sich nicht positiv entwickeln. So wird eine versandkostenfreie Lieferung erst ab einem Bestellwert von 69 Euro angeboten und die Lieferung in die Filialen als ein präferierter Weg angeboten. Für den Kunden ist dies wenig attraktiv. Mit der Kooperation sammelt Rossmann wertvolle Informationen zum Kaufverhalten seiner Kunden.“

Fallstricke für Lieferanten

Neben der Konkurrenz müssten sich lediglich die Lieferanten in Zukunft Gedanken über die Kooperation machen. „Solange es sich beim Produktsortiment um Eigenmarken handelt ist dieser Deal unproblematisch“, führt Szameitat dazu aus. „Handelt es sich aber um Markenartikel ist es extrem wichtig auf die Anpassung der Vertriebswege sowie die Konditionen zur Listung zu achten. Es kann nicht im Sinne der Beteiligten sein, dass Ware, die Listungsgelder für den stationären Handel erhält, über einen Onlinekanal abfließt.“

Das Resümee des Experten fällt so aus: „Der stationäre Handel wird weiter zum Übernahmekandidaten, Unternehmen wie Rossmann und Feneberg sammeln jetzt Erfahrungen und sind somit besser auf die zukünftigen Entwicklungen eingestellt. Hier entsteht Augenhöhe und dies ist dringend erforderlich.“

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Ressort: Commerce, Firmennews
Maximilian Feigl

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